| 00:00 Uhr

Cottbuser Firma liefert erste Motoren aus

Cottbus.. Nach mehrjähriger Entwicklungszeit liefert die Cottbuser Wankel Super Tec GmbH in diesem Monat ihre ersten drei Prototyp-Motoren an Kunden aus. Bei den Antrieben handelt es sich um die weltweit ersten Wankel-Dieselmotoren mit Direkteinspritzung, wie Dr.

Rudolf Klotz als verantwortlicher Entwicklungsingenieur des Unternehmens der RUNDSCHAU mitteilte. Zwei Prototypen gehen an die Münchner Firma Magnet Motors, einer ist für den niederländischen Forschungs- und Entwicklungsbetrieb TNO in Delft bestimmt.
Beide Kunden wollen den Wankelmotor mit einem Generator koppeln und so zur Stromerzeugung nutzen. Magnet Motors setzt den neuen Antrieb in Notstromaggregaten ein. Die Firma ist eine Tochter des US-amerikanischen Konzerns L-3 Communications, der vor anderthalb Jahren die Finanzierung von zwei Wankel-Projekten des Cottbuser Unternehmens übernahm.

Wankel-Elektro-Hybridauto
Besonders interessant sind die Pläne der niederländischen Ingenieure von TNO. Sie haben bereits auf der Basis des VW-Beetle ein Hybridauto entwickelt, das ähnlich wie die Fahrzeuge von Toyota und Honda Viertaktbenzin- und Elektromotoren koppelt. TNO will das Hybrid-Motorenkonzept nun auch mit dem viel kompakteren Wankel-Dieselmotor aus Cottbus umsetzen.
Bei den Prototypen handelt es sich um Einscheiben-Läufer, also um Motoren mit nur einem Drehkolben. Sie haben nach Angaben von Klotz eine Leistung von knapp 50 Kilowatt. Ein Motor mit zwei Drehkolben und knapp 100 Kilowatt Leistung befinde sich derzeit auf dem Prüfstand. 2007 sei zudem der Projektstart für einen Vierscheiben-Läufer mit 200 Kilowatt Leistung geplant.

Einsatz in Notstromaggregaten
Beim US-Konzern L-3 Communications besteht besonderes Interesse am Einsatz des kompakten und daher vergleichsweise leichten Wankel-Dieselmotors für Stromaggregate. Der Motor könnte aber auch Drohnen (unbemannte Luftfahrzeuge), Kleinfahrzeuge und Kleinflugzeuge antreiben. Daneben strebt die Wankel Super Tec weltweit den Einsatz des Motors in zivilen Bereichen an. Dazu sollen für verschiedene Anwendungen, etwa als Bootsmotor, Prototypen entwickelt und dann in eigener Kleinserie gebaut werden. Anschließend werden für eine Großproduktion Lizenzen verkauft.
Über den Standort der Kleinserienproduktion ist nach RUNDSCHAU-Informationen noch nicht entschieden. Der ehemalige Präsident der Brandenburgischen Technischen Universität, Prof. Dr. Ernst Sigmund, würde nach eigener Aussage gern eine Produktion in der Lausitz aufbauen und sucht hier nach geeigneten Partnern. Sigmund gehört zu den Gesellschaftern der Wankel Super Tec GmbH, die bisher rund fünf Millionen Euro eigenes Kapital in das Wankel-Projekt gesteckt haben.
(Eig. Ber./rb)