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| 02:45 Uhr

Cottbus wirbt um Schweizer Investoren

Cottbus. Die Stadt Cottbus will Unternehmer der deutschsprachigen Schweiz gezielt für eine Ansiedlung in der Lausitz interessieren. Neben einer Marketingkampagne in Schweizer Fach- und Wirtschaftsmedien sowie direkten Gesprächen mit potenziellen Investoren nutzt die Stadt dafür eine Internetseite www. Sven Hering

vorteil-fachkraefte.ch.

Geworben wird unter anderem mit den Vorteilen gut ausgebildeter und motivierter Fachkräfte im gewerblichen und akademischen Bereich sowie mit freien Gewerbe- und Industrieflächen an der Schnittstelle zu Osteuropa.

"Unsere Stadt hat Vorteile gegenüber den Metropolen Berlin und Dresden, die auch Unternehmer zu schätzen wissen: Man baut sehr einfach Netzwerke auf und hat immer kurze Wege und das, ohne auf die Vorteile einer Großstadt zu verzichten", sagt der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU). "Man hat es hier mit bodenständigen, ehrlichen Leuten zu tun, die vielleicht nicht sofort zugänglich, dann aber offen und verlässlich sind", spricht Stefan Kannewischer, Chef der Burger Spreewald-Therme und selbst Schweizer, Investoren aus seiner Heimat an.

Während ausreichend Ansiedlungsflächen in der Schweiz schon seit Längerem ein Problem sind, hat sich der Mangel an Fachkräften seit einigen Monaten besonders verschärft. Der Erfolg der eidgenössischen Volksinitiative "Gegen Masseneinwanderung" im Februar vergangenen Jahres schränkte auch den Zuzug von Fachkräften in das Alpenland stark ein. Das bietet für die Angebote der Lausitz neue Chancen.

Als Botschafter der Lausitz in der Schweiz agiert hierbei der ehemalige BTU-Präsident Prof. Walther Zimmerli, gebürtiger Schweizer. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Cottbuser Stadtverordneten ein neues Honorarmodell beschlossen. Danach will sich die Kommune neue Industriearbeitsplätze einiges kosten lassen. Für zehn Jobs im produzierenden Gewerbe werden demnach 75 000 Euro bezahlt. Für 30 Arbeitsplätze werden 130 000 Euro in Aussicht gestellt. Bei 100 Arbeitsplätzen und mehr kann ein Honorar von bis zu 360 000 Euro kassiert werden. Konkret geht es um Firmen, die überregional ihre Produkte, Waren oder Dienstleistungen absetzen. Zimmerli soll dabei als Vermittler fungieren. Die bisherigen Ansiedlungserfolge der Entwicklungsgesellschaft Cottbus (EGC) hätten die Erwartungen nicht erfüllt. Deshalb gehe die EGC nun neue Wege, hieß es zur Begründung.

Das ist auch dringend notwendig. Denn beim produzierenden Gewerbe ist die Stadt Cottbus stark unterrepräsentiert. Derzeit liegt die Zahl der Arbeitsplätze bei etwa 1600. Üblich für eine Stadt der Größenordnung von Cottbus sind 15 000 bis 20 000 Jobs.

Mit dem Technologie- und Industriepark TIP hält die Stadt eine gut 300 Hektar große Fläche bereit. Die Erschließung soll vorangetrieben werden, kündigte Oberbürgermeister Holger Kelch vor wenigen Tagen vor Unternehmern an. Dazu gehöre auch ein möglicher Autobahnanschluss des Cottbuser Nordens und der Umlandgemeinden. Diese Idee wurde im Rahmen einer Gesamtstudie der IHK und der Energieregion Lausitz erarbeitet. "Wir müssen es schaffen, mit diesem Projekt in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen zu werden", sagt Holger Kelch.

Neben der Marketingkampagne ist für Mitte Juni ein Kongress zum Thema "Innovativ zu Fachkräften" an der BTU geplant. Der Stadtmarketingverband koordiniert das Projekt "Die Vorteilsregion" gemeinsam mit der Entwicklungsgesellschaft Cottbus (EGC) und kooperiert dabei mit dem Regionalen Wachstumskern (RWK) Spremberg, der BTU Cottbus-Senftenberg, dem Swiss German Club, dem Wirtschaftsverband Swissmem, der Industrie- und Handelskammer Cottbus und dem Medienhaus LAUSITZER RUNDSCHAU.