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| 08:23 Uhr

Leverkusen
Condon wird Bayers starker Mann

Leverkusen. Monsanto-Chef Hugh Grant bereitet seinen millionenschweren Abgang vor Antje Höning

Monsanto-Chef Hugh Grant bereitet seinen millionenschweren Abgang vor

Liam Condon steht vor der vorläufigen Krönung seiner Karriere: Der Ire, der neben Englisch und Deutsch noch Französisch, Japanisch und Mandarin spricht, wird neuer starker Mann bei Bayer. Wenn die Leverkusener Monsanto schlucken, wird der 50-Jährige die neue CropScience führen - und damit die Division, die Bayer zum größten Agrochemie-Konzern der Welt macht. "Condon hat mehr als 25 Jahre Erfahrung darin, Geschäfte in den Branchen Landwirtschaft und Gesundheit zu führen", lobte Aufsichtsratschef Werner Wenning.

Condon hatte mit Bayer-Chef Werner Baumann den Megadeal vorangetrieben. Als Läufer (Halbmarathon-Zeit: 1:27) hatte er die nötige Ausdauer. Condon, der Marketing und Sprachen in Dublin studiert hat, war 2006 mit Schering zu Bayer gekommen, seit 2016 arbeitet er als CropScience-Chef in Monheim. Zu seinem künftigen Leitungs-Team gehören unter anderem Monsanto-Manager Brett Begemann (operatives Geschäft) und Bayer-Manager Michael Schulz (Finanzchef).

Zugleich teilte Bayer mit, dass der Monsanto-Chef nun seinen Abgang plant: "Hugh Grant gab seine Absicht bekannt, Monsanto bei Abschluss der Übernahme zu verlassen", teilte der Konzern mit. Sonderlich schwer dürfte dem gebürtigen Schotten das nicht fallen: Er erhält laut Branchenkreisen eine Abfindung (inklusive Aktienpaketen) von bis zu 123 Millionen Dollar. Bayer äußerte sich nicht dazu. Die Nachricht, dass Grant seinen Rückzug ankündigt, wird in der Branche so interpretiert, dass der Vollzug des 59-Milliarden-Euro-Deals nun bevorsteht. Es wird damit gerechnet, dass die US-Behörden in Kürze grünes Licht für die Übernahme geben.