Zum Abschluss zweitägiger Gespräche in Peking berichtete Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) gestern in Peking, mit dem Vorsitzenden der China Investment Corporation (CIC), Lou Jiwei, über den Börsengang der Deutschen Bahn gesprochen zu haben. Bei dem Investitionsarm der chinesischen Regierung gebe es "durchaus Interesse" am deutschen Markt. Auf chinesischer Seite hat Steinbrück auch "keine Empfindlichkeiten" feststellen können, dass die Dresdner Bank sich jetzt mit der Commerzbank zusammenschließt, obwohl die chinesische Entwicklungsbank auch Ambitionen gezeigt hatte. Steinbrück bescheinigte der chinesischen Seite einen "völlig souveränen Umgang" mit dem Thema.
Der Teilbörsengang der Deutschen Bahn sei mit dem Vorsitzenden des chinesischen Staatsfonds, Lou Jiwei, "beispielhaft aufgegriffen" worden, sagte Steinbrück. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn sei zum Ende der Olympischen Spiele auch in Peking gewesen und habe von "informellen und neugierigen" Anfragen aus China sowie Russland gesprochen. Möglicherweise schon Ende Oktober 2008 will die Bahn 24,9 Prozent an ihrer neuen Verkehrstochter DB Mobility Logistics zum Kauf anbieten, die den Personen- und Güterverkehr sowie Dienstleistungen bündelt. Über andere konkrete Investitionspläne des chinesischen Staatsfonds sei nicht gesprochen worden, sagte Steinbrück, der die chinesischen Kenntnisse von den deutschen Verhältnissen "erstklassig" nannte.
In Peking trat Steinbrück auch eventuellen Sorgen entgegen, dass Deutschland seine Märkte gegen ausländische Investoren wie solche Staatsfonds abschotten wolle. Steinbrück erläuterte dazu die Pläne der Bundesregierung zur Änderung des Außenwirtschaftsgesetzes, mit denen deutsche Konzerne besser vor unliebsamen ausländischen Investoren geschützt werden sollen. Mit seinen chinesischen Gesprächspartnern sei er sich einig gewesen, dass es keinen Anlass zur Aufregung gebe. (dpa/sha)