Manager börsennotierter Aktiengesellschaften sollen künftig zehn Jahre und damit doppelt so lange für Fehlverhalten haften wie bisher und zu Schadenersatz verpflichtet werden können. Das geht aus den Eckpunkten für die Regulierung des Finanzmarkts hervor, die am Dienstag bekannt wurden. Heftige KritikDem Papier nach müssen alle deutschen Banken eine Zwangsgebühr in einen Krisenfonds einzahlen. Die Rede ist von insgesamt 1,2 Milliarden Euro pro Jahr. Den Löwenanteil mit rund 900 Millionen Euro sollen die Privatbanken tragen. Sparkassen würden mit rund 44 Millionen Euro, die Volksbanken mit 40 Millionen jährlich relativ gering belastet. Dennoch hatten sie den Krisenfonds heftig kritisiert. Auch bei Lausitzer Sparkassen stößt er auf wenig Gegenliebe.Die Sparkasse Spree-Neiße habe nie unseriöse Geldgeschäfte getätigt beziehungsweise mit risikoreichen Papieren gehandelt, sagt der Vorstandsvorsitzende des Instituts, Ulrich Lepsch, auf RUNDSCHAU-Anfrage. Mit der Bankenabgabe würden jedoch nicht nur die Krisenverursacher mit ihrer risikoreichen Geschäftspolitik zur Verantwortung gezogen, sondern vor allem die soliden und stabilen Kreditinstitute zur Kasse gebeten. Die Abgabe könne bei einigen Banken zu einer Reduzierung des Kreditgeschäfts führen. "Das widerspricht jedoch unserer Geschäftspolitik." Auf Teufel komm rausDie geplante Abgabe folge nicht dem Verursacherprinzip, sagt Lothar Piotrowski, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Niederlausitz mit Sitz in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz). "Wir erbringen Leistungen für die hiesige Bevölkerung, die regionale Wirtschaft und die öffentliche Hand. Das heißt für uns: keine Renditetreiberei für Aktionäre, keine Gewinnmaximierung ,auf Teufel komm raus' - also keine hochspekulativen Finanzgeschäfte." Jetzt schaue es so aus, als ob die Sparkasse Niederlausitz und andere ähnlich solide aufgestellte Häuser die Rettung der Global-Player mitfinanzieren müssen, so Piotrowski. "Die verdienen sich mit hochspekulativen Geschäften eine goldene Nase und wenn etwas schief geht, bezahlen wir die Zeche." Wie viel eine Bank letztlich zahlen muss, soll sich am systemischen Risiko - der Bedeutung der Bank für Branche und Volkswirtschaft - orientieren. Berücksichtigt werden soll neben dem Umfang der Verpflichtungen die Vernetzung eines Instituts am Finanzmarkt. Eig. Ber./mic/dpa