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| 10:24 Uhr

Berlin
Bundesregierung glaubt an die Fortsetzung des Aufschwungs

Exklusiv | Berlin. Wirtschaftsminister Altmaier sieht keine Anzeichen eines Abschwungs. Wirtschaft soll 2018 um 2,3 und 2019 um 2,1 Prozent wachsen. Birgit Marschall

Wirtschaftsminister Altmaier sieht keine Anzeichen eines Abschwungs. Die Wirtschaft soll 2018 um 2,3 und 2019 um 2,1 Prozent wachsen.

Trotz der zunehmenden Konjunkturrisiken hält die Bundesregierung an ihrer optimistischen Wachstumsprognose fest. Sie erwarte ein Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent im laufenden und von nochmals 2,1 Prozent im kommenden Jahr, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) gestern bei der Vorstellung der Frühjahrsprognose. Die Wirtschaft schöpfe damit ihre Kapazitäten voll aus. "Die deutsche Konjunktur bleibt schwungvoll, der Aufschwung geht weiter", sagte Altmaier. Er senkte die bisherige Prognose für 2018 nur leicht um einen Zehntelprozentpunkt. Für 2019 ist Altmaier hingegen um einen Zehntelpunkt optimistischer als bisher.

In den vergangenen Wochen hatten allerdings die Konjunkturrisiken zugenommen. Die Gefahr eines Handelskriegs mit den USA, der Deutschland als Exportnation besonders treffen würde, ist noch nicht gebannt. Den Europäern bleibt nur noch Zeit bis Ende April, um auf dem Verhandlungsweg dauerhafte Ausnahmen von angedrohten US-Strafzöllen durchzusetzen. Zudem sorgen auch der Syrien-Krieg, steigende Ölpreise, der höhere Euro-Wechselkurs und US-Zinsanhebungen für Verunsicherung. Deutschlands wichtigster Frühindikator, der Ifo-Geschäftsklimaindex, zeigt seit fünf Monaten nach unten - normalerweise ist das ein klares Signal für einen Abschwung.

Es gebe dementgegen aber auch viele Zeichen dafür, dass sich der seit neun Jahren andauernde solide Aufschwung fortsetzen werde, sagte Altmaier. So seien die Auftragsbücher der Industrie prall gefüllt. "Die Indikatoren sind unterschiedlicher Art. Wenn man sie gewichtet, deuten sie keineswegs auf einen Abschwung hin", so der Minister. Andererseits gebe es auch keine Anzeichen für eine Überhitzung. Der von den USA kritisierte hohe deutsche Außenhandelsüberschuss werde bis 2019 wegen höherer Importe von derzeit acht auf 7,5 Prozent der Wirtschaftsleistung abnehmen.

Getragen werde der Aufschwung im laufenden Jahr noch von der guten weltwirtschaftlichen Lage. Im kommenden Jahr spielten zunehmend die Wachstumsimpulse durch die Bundesregierung eine Rolle. Ab 2019 sollen etwa die Mütterrenten und das Kindergeld erhöht, die Ganztagsbetreuung in Schulen ausgebaut und die paritätische Finanzierung der Krankenversicherung wieder eingeführt werden. Alle diese Maßnahmen zusammen brächten einen Wachstumsimpuls von 0,25 Prozent, so Altmaier.

Der Arbeitsmarkt entwickle sich weiter positiv. Im Vergleich zu 2017 würden bis Ende 2019 eine Million neue Stellen geschaffen. 2019 werde die Zahl der Erwerbstätigen auf 45,3 Millionen steigen, die Arbeitslosenzahl auf jahresdurchschnittlich 2,2 Millionen sinken. Die Löhne würden 2018 um 2,9 Prozent und 2019 nochmals um 3,1 Prozent zulegen.