Dazu sollen mehr Arbeitnehmer als bislang gefördert werden und dabei auch mehr Geld erhalten. Einen entsprechenden Beschluss fasste das Kabinett gestern in Berlin.

Nach den Plänen der Regierung soll künftig in mehr Berufen eine Qualifizierung gefördert werden. Demnach haben dann beispielsweise auch Erzieher und Altenpfleger Anspruch auf Meister-Bafög, wie Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) mitteilte. Zudem sei nicht mehr nur die erste Qualifizierungsmaßnahme förderfähig - künftig könne jeder Arbeitnehmer eine Maßnahme fördern lassen, egal, wie viele Weiterbildungen er bereits vorher absolviert hat.

Gleichzeitig soll es Schavan zufolge einen zusätzlichen Anreiz geben, die Abschlussprüfung zu bestehen: Erfolgreiche Teilnehmer erhalten demnach statt wie bisher gut 30 Prozent künftig fast 50 Prozent der Kurs- und Prüfungsgebühren als Zuschuss vom Staat. Zusätzlich werden die Teilnehmer während ihrer Prüfungsvorbereitungsphase durch eine erweiterte Förderung entlastet.

"Damit wollen wir einen Motivationsschub geben, eine berufliche Aufstiegsfortbildung zu absolvieren und erfolgreich abzuschließen", erklärte Schavan. Auch Fortbildungswillige mit Kindern sollen besser finanziell unterstützt werden, indem sie mehr Geld pro Kind erhalten und davon künftig auch nur noch die Hälfte zurückzahlen müssen. Einen weiteren Zuschuss wird es für Alleinerziehende geben.

Künftig sollen zudem Menschen mit Migrationshintergrund leichter ein Meister-Bafög erhalten.

Für die neuen Maßnahmen werden die Ausgaben mittelfristig um mehr als 60 Prozent von derzeit 122 Millionen Euro auf mehr als 200 Millionen Euro steigen.

Die Zahl der Empfänger von Meister-Bafög war laut Statistischem Bundesamt im vergangenen Jahr zurückgegangen: Demnach nahmen 2007 rund 134 000 Berufstätige im Handwerk die staatlichen Leistungen in Anspruch, 1,7 Prozent weniger als 2006. Die meisten Geförderten, nämlich vier Fünftel, waren laut Statistik zwischen 20 und 35 Jahre alt. Fast alle - mehr als 96 Prozent - waren deutscher Nationalität. AFP/rb