Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes präsentierte gestern in Brüssel eine Untersuchung über die Branche. Die Ergebnisse zeigten, dass nationale Anbieter vielfach unfaire Hürden gegen neue Konkurrenten aufgebaut hätten, sagte sie.
Die Unternehmen hätten nun bis zum 21. Juni Zeit, Stellung zu nehmen. "Die Zahlungskartenbranche ist in Europa nach wie vor national ausgerichtet", erklärte Kroes. "Und einige auf nationaler Ebene etablierte Unternehmen verhindern den Wettbewerb. Dies treibt die Kosten von Zahlungskarten für Verbraucher und Unternehmen in die Höhe." Nach Angaben der Kommission werden jedes Jahr 23 Milliarden Zahlungen im Wert von 1 350 Milliarden Euro per Kreditkarte erledigt.
Die Untersuchung zeige, dass beispielsweise für Master- und Visa-Karten in einigen EU-Staaten doppelt so viel Gebühren zu zahlen sind wie in anderen. Für Unternehmen könnten die Preise von Land zu Land bis zu fünfmal höher ausfallen.
Ein Dorn im Auge sind der Kommission auch die Gebühren, die Banken den Einzelhändlern für jede Transaktion in Rechnung stellen. Einzelhandelsverkäufe würden damit quasi "besteuert". Das treibe die Preise zu Lasten der Käufer um bis zu 2,5 Prozent hoch. Zudem gebe es Unterschiede bei den Gebühren zwischen kleinen und großen Firmen von bis zu 70 Prozent. (dpa/rb)