ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:39 Uhr

Die Typen im Büro
Blender, Nörgler, Choleriker und Schleimer

Im Büro zeigt der Mensch seinen wahren Charakter, egal, ob es sich um Kollegen oder Chefs handelt. Fünf schwierige Typen – und wie man am besten mit ihnen umgeht. Von Michael gabel

Im Büro zeigt der Mensch seinen wahren Charakter, egal, ob es sich um Kollegen oder Chefs handelt. Fünf schwierige Typen auf Arbeit – und wie man am besten mit ihnen umgeht.

Der Blender: Bei der eigentlichen Arbeit hält er sich zurück, bei Präsentationen trumpft er groß auf. Was treibt er eigentlich den ganzen Arbeitstag lang? Wenig bis nichts. Damit das nicht auffällt, vermittelt der Blender ständig den Eindruck, er habe dringende Geschäfte zu erledigen. Im persönlichen Gespräch schaut er oft auf die Uhr, um zu demonstrieren: Zeit ist Geld.

Gegenstrategie: Lassen Sie den Blender ruhig wissen, dass sie ihn für faul und geltungssüchtig halten. Vielleicht macht er sich dann darüber Gedanken und lernt das Arbeiten doch noch irgendwann. Oder er zieht weiter zu einer anderen Firma, wo man ihn noch nicht durchschaut hat.

Der Schleimer: Eine eigene Meinung? Hat er nicht, braucht er nicht. Er hängt sein Fähnchen nach dem Wind, gibt den Chefs in allem, was sie sagen, recht. Und er lacht am lautesten über deren Witze.

Gegenstrategie: Fragen Sie den Schleimer nach seiner eigenen Meinung, bevor er weiß, was sein Chef oder seine Chefin denkt. Das lockt ihn aus der Deckung.

Die Nörglerin: Hat ihr jemand auf die Füße getreten? Oder ist sie einfach nur ständig schlecht gelaunt? Die Nörglerin – männliche Exemplare gibt es natürlich ebenfalls – hat an allem etwas auszusetzen: an den neuen Computern, an den Vorgaben der Chefs, am Mittagessen in der Kantine. Vorsicht! Dauernörgeln wirkt auf andere ansteckend.

Gegenstrategie: Wer an allem etwas auszusetzen hat, leidet oftmals an einem schwachen Selbstbewusstsein. Ein kleines Lob kann die Stimmung aufhellen und die Keinen-Bock-Haltung ist für ein paar Tage verschwunden. Am besten ist es aber, die Nörglerin direkt zu fragen: „Was ist eigentlich der wahre Grund dafür, dass du dich so häufig beschwerst?“ Denn auf diese Weise muss die so Angesprochene dann Farbe bekennen.

Der Choleriker: Er – manchmal ist es auch eine Sie – kommt herangerauscht, brüllt herum und macht Mitarbeiter vor versammelter Mannschaft fertig. „Sie Niete!“, schreit er. Oder vielleicht auch: „Sie Idiot!“ Er darf das, denkt er – wozu ist man schließlich Chef?

Gegenstrategie: Am besten ist es, während eines Wutanfalls in Deckung zu gehen. Später kann man versuchen, die Probleme in einem ruhigen Moment anzusprechen. Diese Situation kann man auch nutzen, um sich Beschimpfungen zu verbitten – Beleidigungen wie „Idiot!“ sind schließlich ein Straftatbestand.

Die Toxische: Sie – oft auch ein Er – ist als Chefin selbstverliebt, machthungrig und gefühlskalt. Gegenüber ihren Untergebenen hat sie sich, anders als der Choleriker, jederzeit unter Kontrolle. Sie kann die Mitarbeiter sogar scheinbar freundlich anlächeln, was aber nichts zu bedeuten hat. Denn wie es ihren Leuten geht, ist ihr egal. Hauptsache, sie selbst steht gut da. Lob, Aufmunterung, Fairness – das alles kommt bei ihr nicht vor. Viele Mitarbeiter solcher toxischen Führungskräfte leiden deshalb unter emotionaler Vergiftung.

Gegenstrategie: Gegen toxische Chefs gibt es ein Gegengift, das jedoch nur selten vorhanden ist – mit internen Kontrollen können Betriebe destruktives Führungs­personal frühzeitig identifizieren und gegebenenfalls aus dem Verkehr ziehen. Aber Achtung! Toxische Chefs haben auch natürliche Verbündete: die Schleimer, siehe oben.
Michael Gabel