Die Rabattschlacht der Onlinehändler hat begonnen. Eine Woche und noch bis zum Cyber Monday (30. November) können Verbraucher bei Tausenden Händlern richtig viel Geld sparen. Doch nicht jedes Angebot hält, was es verspricht. Das Verbraucherforum mydealz, eine Social-Shopping-Community aus Berlin, verrät zehn gängige Verkaufstricks.

Falsche Rabattangaben

Black Friday und Cyber Monday stehen für satte Rabatte. Händler senken ihre Preise, um ihre Umsätze in der heißen Phase des Weihnachtsgeschäfts anzukurbeln. So verlockend die Aussicht auf große Ersparnisse aber auch ist – Verbraucher sollten daran denken: Kein Händler hat etwas zu verschenken. Bei übertrieben hohen Rabattangaben sollten Verbraucher skeptisch sein. Sie beziehen sich oft nicht auf den tatsächlichen Verkaufspreis eines Produkts, sondern auf die meist deutlich höhere Unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers. Mithilfe von Preisvergleichsportalen sollten sich Verbraucher deshalb vor dem Kauf über die gängigen Preise für ihr Wunschprodukt informieren.

Tickende Countdowns

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon setzt bei seiner „Black Friday Woche“ wieder auf „Blitzangebote“ und auf „Angebote des Tages“. Nur über einen begrenzten Zeitraum können Verbraucher einzelne Produkte zu vermeintlich attraktiven Preisen kaufen. So sollen sie dazu gedrängt werden, möglichst schnell und unüberlegt zu kaufen. Doch auch andere Händler arbeiten gern mit Countdowns. Wichtig für Verbraucher: Gelassen bleiben. Nicht selten bieten mehrere Händler ein Produkt ähnlich günstig an. Die großen Online-Shops nutzen nämlich Algorithmen, die ihre Preise automatisch angleichen.

Brieselang

Nur solange der Vorrat reicht

Die „künstliche Verknappung“ ist einer der ältesten Verkaufstricks der Welt: Dem potenziellen Käufer wird vorgegaukelt, dass er nur kurze Zeit hat, sich das Angebot zu sichern. Auch der Hinweis „Nur solange der Vorrat reicht“, ist eine gängige Masche. Verstärkt wird die bisweilen mit dem altbekannten Countdown. Dieser zeigt an, wie viele Produkte noch verfügbar sind. Auch hier sollten Verbraucher nicht überhastet zuschlagen. Rechtlich sind Händler verpflichtet, wenigstens für die ersten Stunden ausreichend viele Produkte vorzuhalten.

Sondermodelle mit weniger Funktionen

Wer Elektronikartikel oder Mode kaufen möchte, sollte genau prüfen, welches Produkt er in den Warenkorb legt. Viele Modeartikel unterscheiden sich in ihrer Qualität abhängig davon, für welches Land sie vorgesehen sind. Elektronikhersteller wiederum bringen oft verschiedene Versionen ihres Produkts auf den Markt, die sich in ihren Funktionen unterscheiden. Mal hat die Kaffeemaschine beispielsweise eine Zeitschaltfunktion und mal nicht. Um nicht enttäuscht zu werden, sollten Verbraucher bei Elektronikartikeln die Produktbeschreibung aufmerksam lesen und die Seriennummer genau prüfen. Beim Kauf von Mode sollten sie nach einem Hinweis suchen, dass die Artikel aus einem anderen Land importiert wurden.

Versteckte Abonnements

Auf dem neuen Fernseher ist Netflix schon vorinstalliert und mit dem Abschluss des Smartphone-Tarifs können Verbraucher die Premium-Version von Spotify sechs Monate lang ohne Zusatzkosten nutzen. Solche Kooperationen zwischen Streamingdiensten auf der einen und Elektronikherstellern sowie Mobilfunkanbietern auf der anderen Seite sind keine Seltenheit. Für Verbraucher sind solche „Bundles“ anfangs durchaus vorteilhaft: Sie können eine Zeitlang kostenfrei Filme gucken oder Musik hören. Wenn sie das Abonnement aber nicht rechtzeitig kündigen, ist Schluss mit kostenfrei. Dann werden Gebühren fällig. Verbraucher sollten deshalb die Kündigungsfristen kennen und sie im Kalender vermerken.

Günstige Preise, hohe Versandkosten

Einige Online-Shops subventionieren Rabatte quer, indem sie mit hohen Versandgebühren arbeiten. Die Pauschale für die Lieferung beinhaltet dann neben den Verpackungskosten und dem Porto auch einen Teil des vorher eingeräumten Rabatts. Das kann für den Käufer zum Nullsummenspiel werden. Deswegen: Vor dem Kauf auf die Versandkosten achten.

Hohe Kosten für Retouren

Vom Kauf im Internet oder von telefonisch aufgegebenen Bestellungen können Verbraucher innerhalb von 14 Tagen zurücktreten. Hierfür müssen sie nur eine kurze E-Mail an den Händler schicken und den Kauf widerrufen. Haben sie die bestellte Ware bereits erhalten, müssen sie sie allerdings zurückschicken. Wer die Versandkosten trägt, ist von Händler zu Händler verschieden. Seit 2014 sieht der Gesetzgeber allerdings den Verbraucher in der Pflicht – und das kann teuer werden. Vom Kauf sperriger Produkte sollten Verbraucher absehen, wenn sie die Kosten für den Rückversand tragen müssen.

Schlechte Zahlungsmoral bei Umtausch oder Widerruf

Händler sind verpflichtet, den vollständigen Kaufpreis zurückzuerstatten, wenn ein Kunde den Kaufvertrag widerruft und die zurückgeschickte Ware nicht beschädigt ist. Wie schnell Händler die Ware prüfen und das Geld erstatten müssen, ist gesetzlich aber nicht geregelt. Aus diesem Grund sollten Verbraucher die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und die Widerrufsbelehrung, denen sie beim Kauf zustimmen müssen, aufmerksam lesen.

Überlange Lieferzeiten

Preise sind Momentaufnahmen und sinken vor allem bei Elektronikartikeln, Spielen, Filmen und auch bei Modeartikeln schnell. Manche Online-Shops machen sich diesen Umstand zunutze: Sie bieten Produkte wie das neue iPhone oder gerade erst erschienene Computerspiele besonders günstig an, versenden sie aber erst Wochen später. Der Vorteil für den Händler: Sein Angebot wirkt attraktiv und spült Geld in die Kassen. Das Produkt kauft er selbst aber erst dann, wenn sein Preis bereits gefallen ist. Der Kunde muss so teilweise mehrere Wochen auf die Lieferung warten. Verbraucher sollten genau auf Angaben zur Lieferzeit achten.

Übertrieben hohe Zahlungsgebühren

Verbraucher haben bei den meisten Online-Shops die Wahl zwischen verschiedenen Zahlungsmethoden: per Kreditkarte, Lastschrift, Überweisung oder mithilfe von Paypal oder Paydirekt. Um ihnen diesen Service anbieten zu können, arbeiten Händler mit Zahlungsabwicklern zusammen. Sie berechnen dem Händler eine Gebühr für jeden abgewickelten Kauf. Die meisten Händler berücksichtigen diese Gebühr bereits bei der Kalkulation ihrer Preise. Andere stellen sie dem Kunden separat in Rechnung. Verbraucher sollten darauf achten, ob und in welcher Höhe zusätzliche Kosten entstehen.