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| 18:37 Uhr

Strukturwandel
BigBattery fürs Kohle-Kraftwerk

Im modernsten Leag-Kraftwerk in Schwarze Pumpe entsteht der 50-Megawatt-Stromspeicher BigBattery Lausitz.
Im modernsten Leag-Kraftwerk in Schwarze Pumpe entsteht der 50-Megawatt-Stromspeicher BigBattery Lausitz. FOTO: ZB / Christian Budschigk
Schwarze Pumpe. Der größte Stromspeicher Deutschlands entsteht bis 2020 am Leag-Standort Schwarze Pumpe.

Die zwei 800-Megawatt-Blöcke des Kraftwerkes Schwarze Pumpe müssen sich bald nicht mehr so quälen. Das passiert bisher oft mehrmals am Tag, wenn die Vorfahrt für Wind- und Solarstrom dazu führt, dass Kohlekraftwerke gedrosselt werden – bald aber wieder Volllast fahren müssen. Eine BigBattery soll jetzt die Flexibilität des Leag-Kraftwerksparkes deutlich erhöhen.

„Mit dem Stromspeicher können wir künftig auf die Sekunde genau auf Bedarfe der Netzbetreiber reagieren“, erläutert Leag-Kraftwerksvorstand Hubertus Altmann bei der Vorstellung des 50-Megawatt-Speicher-Projektes am Montag in Schwarze Pumpe und fügt hinzu: „Wir runden mit dem Speicher unseren Kraftwerkspark ab.“

Der Leag-Vorstand spricht von einer idealen Ergänzung, die das Energieunternehmen dringend benötige. Womit aber auch auf die mit der Energiewende steigenden Anforderungen an Stromproduzenten wie Netzbetreiber reagiert werde. „Die Energiewende leidet unter Mangel an Netzen und an Speichern“, sagt Altmann. Einen Part bedient die Leag jetzt. Altmann räumt aber auch unumwunden ein, dass sich die BigBattery Lausitz „natürlich auch betriebswirtschaftlich rechnen muss“.

Bereits im kommenden Jahr beginne der Bau der auf der Lithium-Ionen-Technologie basierenden Riesenbatterie – des größten Batteriespeichers in Europa. Altmann verweist zugleich darauf, dass der Riesenspeicher, der für die Leag ein Leuchtturmprojekt sei, für die tägliche Stromversorgung einer Kommune von bis zu 15 000 Einwohnern ausreichen würde. Das Unternehmen investiere 25 Millionen Euro in den deutschlandweit größten Stromspeicher, „der in seiner Größe und technischen Konstellation bislang einzigartig in Europa ist“. Das Land Brandenburg fördert den Speicher – auch aufgrund der angewandten innovativen Technologien für die Zukunft – mit vier Millionen Euro.

Was das bedeutet, erklärt der Leiter Energiewirtschaft Frank Mehlow. Es sei ein Alleinstellungsmerkmal für Leag-Kraftwerke, dass mit BigBattery Lausitz ein innovatives Lademanagement mit einem neuartigen Kraftwerksleitsystem verknüpfen werde. Das Be- und Entladen werde sich an den Bedingungen im Stromnetz sowie an den Strommärkten orientieren. Hubertus Altmann ergänzt, dass in Kombination mit den vorhandenen Stromerzeugungsanlagen verschiedene Systemdienstleistungen zur Verfügung gestellt werden können. „Wir werden den gestiegenen Anforderungen im Stromnetz gerecht werden“, sagt Altmann. „Und das erwarten die Netzbetreiber auch von uns.“

Schon im Frühsommer 2019 soll der Bau des Speichers, der gemeinsam mit regionalen Dienstleistern aus 13 Übersee-Containern auf einer Fläche von 120 mal 44 Metern errichtet wird, beginnen. Angeschlossen werde er an einem 110-kV-Netzanschlusspunkt, womit der Anschluss an das Hochspannungsnetz gegeben ist. Die kommerzielle Inbetriebnahme ist für Sommer 2020 eingeplant. Hauptauftragnehmer für die Errichtung ist das tschechische Energieunternehmen Egem mit Sitz in Budweis (Südböhmen).

Dass Schwarze Pumpe für das Zukunftsprojekt ausgewählt wurde, hat gute Gründe: Hier steht einerseits das modernste Leag-Kraftwerk. Andererseits soll der Speicher der Start für weitere innovative Anwendungen in Kooperation mit dem Industriepark Schwarze Pumpe sein. „Das ist Standortsicherung“, sagt Frank Mehlow.