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| 20:46 Uhr

Wirtschaftspreis
Lex-Sieger will Betonbau revolutionieren

Im vollbesetzten Forum des Medienhauses Lausitzer Rundschau wurden am Abend die Preise des Existenzgründerwettbewerbs Lex 2018 vergeben.
Im vollbesetzten Forum des Medienhauses Lausitzer Rundschau wurden am Abend die Preise des Existenzgründerwettbewerbs Lex 2018 vergeben. FOTO: LR / Bodo Baumert
Cottbus. Mit seinem Unternehmen SonoCrete kann Ricardo Remus die Jury im Lausitzer Gründerwettbewerb überzeugen. Von Julian Münz

Im Medienhaus der Lausitzer Rundschau hat die Wirtschaftsinitiative Lausitz am Montag die Preisträger des Lausitzer Existenzgründerwettbewerbs ausgezeichnet. Zahlreiche Gäste waren zu der Preisverleihung geladen, darunter der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU), der bereits Teil der Jury war, die brandenburgische Wissenschafts- und Forschungsministerin Martina Münch (SPD), der sächsische Staatssekretär für Wirtschaft Stefan Brangs (SPD) und der Lausitz Beauftragte Klaus Freytag.

Insgesamt 27 Existenzgründer hatten sich mit 17 Unternehmensplänen bei dem Wettbewerb beworben. Aus diesen wählte eine Jury mit 13 Experten aus Wirtschaft und Politik schließlich fünf finale Kandidaten aus. Diese stammten von der Betonproduktion bis hin zur modernen Werbeagentur aus den unterschiedlichsten Branchen. Anders als im vergangenen Jahr, als man sich dazu entschied, vier Leute auszuzeichnen, kehrte man bei der 15. Ausgabe des Lausitzer Existenzgründerwettbewerbs dennoch wieder zu der gewohnten Zahl von drei Preissiegern zurück.

Die fünf Gewinner des Abends, davon zwei in der Sonderkategorie „Bestes Schülerfirmenkonzept“ konnten sich aber nicht nur über die Auszeichnung, sondern auch hohe Preisgelder freuen. Insgesamt 11 500 Euro standen für die innovativsten Existenzgründer der Region bereit.

Den mit 5000 Euro dotierten ersten Preis gewann dabei Ricardo Remus mit seinem Cottbuser Unternehmen SonoCrete. Schon der Firmenname beschreibt, wie das Gewinnerunternehmen die Jury überzeugen konnte. So steht Sono für die Sonochemie, das Wissenschaftsfeld der Ultraschallchemie und Crete für Concrete, die englische Übersetzung für das Wort Beton. Unternehmensgründer Ricardo Remus hat ein neues Verfahren für die Produktion des beliebten Baustoffes entwickelt, das mithilfe von Ultraschallwellen funktioniert. Dadurch soll sich die Betonproduktion nicht nur beschleunigen, sondern unter anderem auch mehrere Tausend Liter Heizöl einsparen. „Die Qualität des Betons bleibt am Ende die Gleiche“, verspricht der Jungunternehmer.
Wissenschaftliche Unterstützung für das Projekt lieferten ihm Dr. Christiane Rößler von der Bauhaus-Universität in Weimar sowie die BTU Cottbus-Senftenberg.

Das Patent für die Technologie hat Ricardo Remus bereits gesichert. Jetzt geht es für ihn darum, den Prozess auch industriell nutzbar zu machen. „Mein Ziel ist, nicht weniger als die Betonherstellung zu revolutionieren“, so der Bauingenieur und Betontechnologe bei der Vorstellung der Kandidaten. Das Preisgeld soll dabei eine Starthilfe sein.

Den zweiten Platz errang das Unternehmen Edrøm, dass einen handlichen Stromgenerator für Freizeitmobile herstellt. Deren Macher German Linz, Ivo Gebhardt und Jeronimo Landauer kommen alle von der BTU Cottbus-Senftenberg. Leise, zuverlässig, erschwinglich und flexibel bei der Wahl des Treibstoffes sei der Generator, versprachen die Hersteller bei der Vorstellung der Kandidaten. Damit sei das Produkt für den zurzeit stetig wachsenden Markt bei Freizeitmobilen besonders gut geeignet.

Den dritten Preis und damit 1500 Euro erhielt Friseurmeisterin Viktoria Graßme. Für ihr Geschäft Viktorias Meistersalon, dass im Mai 2019 gegründet werden soll, hat sie ein innovatives Terminsystem entwickelt, dass sich stärker auf die Wünsche ihrer Kunden einstellen soll. So können diese etwa auswählen, ob die Friseurin während ihrem Termin auch andere Kunden bedienen kann oder ein Einzeltermin notwendig ist. Allgemein möchte Graßme die Preise in ihrem Laden transparenter gestalten, indem nicht mehr nach dem jeweiligen Schnitt, sondern der aufgewendeten Zeit für den Kunden berechnet werden soll.

Leer ausgingen die zwei weiteren Finalisten, darunter die Sprembergerin Anja Kießlich, die mit einer modernen Kreativagentur plant, „Ideen sichtbar machen“. Auf Lena Genchev und Magdalena Davidovska, die sich zurzeit auf die Vermarktung von Kinderschuhen spezialisieren und in Zukunft auf vegane Art Babykleidung herstellen möchten, konnten keinen Preis gewinnen.

Neben den Hauptpreisen verlieh die Wirtschaftsinitiative Lausitz um den Vorstandsvorsitzenden Michael von Bronk auch den Sonderpreis „Bestes Schülerfirmenkonzept“. Diesen sicherte sich die Schüler GmbH „Help4U“. Die Jugendlichen des Léon-Foucault-Gymnasiums in Hoyerswerda vermitteln Schüler, die Nachhilfe benötigen, mit anderen Schülern, die diese Unterstützung geben können. Die Jugendlichen erhielten dafür ein Preisgeld von 1500 Euro. Auf dem zweiten Platz findet sich eine Gruppe Schwarzheider Gymnasiasten, die mit ihrem Unternehmen eine Brücke zwischen Schule und Wirtschaft schlugen. So nimmt die Schülerfirma kleinere Aufträge von regionalen Unternehmen entgegen, die dann von Schülern des Emil-Fischer-Gymnasiums bearbeitet werden können.