Ilona Winge-Paul, Geschäftsführerin Operativ in der Agentur für Arbeit Bautzen, hat allen Grund, zufrieden zu sein. In ihrem Agenturbezirk waren Ende Juni insgesamt 26 610 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 924 Arbeitslose weniger als Ende Mai, und sogar 2140 weniger als im Juni 2014. Die Arbeitslosenquote in Ostsachsen liegt damit bei 9,1 Prozent. "Insbesondere im Bauwesen, im Bereich Verkehr, Logistik und Transportwesen sowie im Bereich der Lebensmittelherstellung erfolgten zahlreiche Einstellungen", so Ilona Winge-Paul. Über 1000 neue Arbeitsstellen konnten im Juni angeboten werden. Besonders hoch sei die Nachfrage im gewerblichen Bereich, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, so Winge-Paul. Zunehmend werde es auch in Ostsachsen schwieriger, freiwerdende Stellen qualifiziert zu besetzen.

Ähnlich ist die Lage in Südbrandenburg. Hier ist die Arbeitslosenquote im Juni auf nur noch 8,7 Prozent gesunken, den niedrigsten Wert der Nachwendezeit. Marion Richter, Geschäftsführerin Operativ: "Eine schöne, positive Entwicklung, die sich überall im Agenturbezirk widerspiegelt." So ist der Arbeitslosenbestand in Dahme-Spreewald im Vergleich zum Juni 2014 um 9,2 Prozent gesunken, in Spree-Neiße um 8,5 Prozent, Elbe-Elster 6,6 Prozent, Cottbus 4,9 und Oberspreewald-Lausitz um 4,1 Prozent.

Insgesamt waren im Juni 2015 rund 28 000 Menschen ohne Arbeit, 778 weniger als im Vormonat. Marion Richter: "Wir freuen uns besonders, dass auch ältere Arbeitnehmer und Langzeitarbeitslose von dieser Entwicklung profitieren konnten."

Inzwischen hat sich der Bestand an freien Stellen in Südbrandenburg auf 4193 erhöht. "Alle Branchen, alle Berufe sind dabei", so Marion Richter, die auf freie Stellen vor allem in den Bereichen Bauelektrik, Gastronomie, Dialogmarketing und Instandhaltung verweist. "Besonders schön ist es, dass unter unseren Top Ten der freien Stellen keine Helfer-Jobs sind, es werden tatsächlich ausgebildete Fachkräfte gebraucht."

Dieser Bedarf ist auch an der Situation auf dem aktuellen Ausbildungsmarkt ablesbar. Denn, so Heinz-Wilhelm Müller, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Südbrandenburg: "Für unsere jungen Menschen gilt tatsächlich ,Wünsch Dir was'. Wir haben kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres noch immer 1840 unbesetzte Ausbildungsstellen." Zwar gebe es auf der anderen Seite noch 1464 potenzielle Bewerber, trotzdem rechnet Müller damit, dass zum 1. September rund 500 Lehrstellen in Südbrandenburg nicht besetzt werden können. Besonders schwierig sei es in den Bereichen Landwirtschaft und Gastronomie sowie im Handwerk, Nachwuchskräfte zu finden. "Leider finden zu wenige unversorgte Bewerber aus Berlin den Weg in unsere Region."