Nach dem Zusammenschluss der Callcenter-Sparte von Bertelsmann und der marokkanischen Saham Group tritt die gemeinsame Tochter unter dem Namen Majorel auf. Das teilte Bertelsmann am Dienstag mit. Das neue Gemeinschaftsunternehmen mit weltweit 48 000 Mitarbeitern ist in 28 Ländern vertreten und wird von Luxemburg aus geleitet.

Zu den Standorten gehört auch weiterhin Cottbus, wo Majorel ein Call-Center betreibt. Ein weiterer Standort in der Stadt wurde an den Konkurrenten Capita verkauft.

Ein weiterer Standort des Unternehmens in der Lausitz befindet sich in Senftenberg.

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe hatte den Zusammenschluss Anfang des Jahres mit den hohen Investitionskosten in der Branche begründet. Laut Mitteilung sollen in den kommenden Jahren mehrere 100 Millionen Euro in die Expansion, Analysetechnik, künstliche Intelligenz und Automatisierung fließen. Thomas Mackenbrock, CEO von Majorel, sagte: „Wir werden innerhalb des nächsten Jahrzehnts ein bedeutsames Wachstum und einen spannenden Wandel in der Customer Experience-Branche erleben. Um den damit verbundenen Herausforderungen und Möglichkeiten gerecht zu werden, ist es unser Ziel, menschliche Fähigkeiten, Technologie und globale Reichweite bestmöglich miteinander zu kombinieren.

Bislang firmierte das Call-Centergeschäft unter dem Namen Arvato CRM (Customer Relationship Management).

Von weiteren Standortschließungen oder Stellenabbau ist in der Ankündigung der Unternehmen keine Rede. Stattdessen setzt Majorel auf Wachstum. „Dadurch werden neue Arbeitsplätze in der Branche entstehen, denn innovative Customer Experience-Dienstleistungen werden vermehrt auf einer maßgeschneiderten Kombination aus menschlichen Fähigkeiten und künstlicher Intelligenz basieren.“

Bertelsmann und Saham halten je 50 Prozent. Bertelsmann stellt mit Thomas Mackenbrock den Vorstandschef. Der Aufsichtsratsvorsitzende der neuen Firma wird von Saham benannt. Der neue Name Majorel setzt sich laut Bertelsmann zusammen aus dem englischen Major und dem Wortteil rel aus relationships.