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| 08:30 Uhr

Energierwirtschaft
Berlin will Einstieg von China bei 50Hertz verhindern

Chinesen wollen einen 20-Prozent-Anteil an dem auch für die Lausitz zuständigen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz übernehmen.
Chinesen wollen einen 20-Prozent-Anteil an dem auch für die Lausitz zuständigen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz übernehmen. FOTO: dpa / Daniel Reinhardt
Düsseldorf/Cottbus. Chinesen wollen beim ostdeutschen Netzbetreiber 50Hertz einsteigen. Die Bundesregierung will das verhindern.

Der Kampf um den Einstieg des Staatskonzerns State Grid Corporation of China (SGCC) beim deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz mit Sitz in Berlin geht in die entscheidende Phase. Nach Informationen des „Handelsblatts“ aus Regierungs- und Branchenkreisen würden derzeit verschiedene Möglichkeiten geprüft, wie verhindert werden kann, dass die Chinesen einen 20-Prozent-Anteil an dem auch für die Lausitz zuständigen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz übernehmen. Dabei könnte die staatliche Förderbank KfW eine Schlüsselrolle spielen.

Wie das „Handelsblatt“ weiter informiert, hätten die Chinesen bereits einen Kaufvertrag mit dem australischen Infrastrukturfonds IFM, dem Eigentümer des 20-Prozent-Anteils, abgeschlossen. Der Vertrag steht jedoch unter einem Vorbehalt: Das belgische Unternehmen Elia, mit 80 Prozent Mehrheitseigentümer bei 50Hertz, kann noch bis Mitte Juli ein Vorkaufsrecht ausüben. Wenn Elia davon Gebrauch machte, wäre der Einstieg der Chinesen vereitelt. Allerdings scheue Elia nach Angaben aus Verhandlungskreisen die finanziellen Belastungen.

Elia, ein belgischer Netzbetreiber, gehört laut „Handelsblatt“ knapp zur Hälfte belgischen Kommunen. In Betracht käme daher, dass Elia sein Vorkaufsrecht zwar ausübe, den Anteil aber an die KfW weiterreiche, wo man ihn „parken“ könne, hieß es in den Kreisen weiter. Dies sei nur eine von mehreren Varianten, über die derzeit noch verhandelt werde. Auch Varianten, bei denen Bürgschaften eine Rolle spielten, seien im Gespräch. Das Wirtschaftsministerium, 50Hertz, Elia und die KfW wollten sich auf Anfrage nicht zu den Vorgängen äußern, heißt es beim „Handelsblatt“ weiter.

(uf)