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Belgische Tochter gibt Halloren die Kugel

Pralinen-Sortiment der Halloren Schokoladenfabrik AG in Halle/Saale (Sachsen-Anhalt).
Pralinen-Sortiment der Halloren Schokoladenfabrik AG in Halle/Saale (Sachsen-Anhalt). FOTO: dpa
Halle. Belgische Pralinen für die USA sollen eigentlich das Exportgeschäft von Halloren ankurbeln. Doch erst einmal sorgt die belgische Tochter für eine kräftige Delle in der Unternehmensbilanz. Franziska Höhnl

Probleme bei der Tochter Bouchard trüben die Bilanz der Halloren Schokoladenfabrik AG. Der Gewinn des Unternehmens brach im vergangenen Jahr um 90 Prozent auf 0,2 Millionen Euro ein, wie Halloren am Mittwoch in Halle mitteilte. In den drei Vorjahren hatte der Gewinn stets zwei bis 2,6 Millionen Euro betragen. Der Umsatz der nach eigenen Angaben ältesten deutschen Schokoladenfabrik stieg um 3,1 Prozent auf 121,7 Millionen Euro.

Für den Gewinn-Einbruch "ist im Wesentlichen unsere belgische Tochter verantwortlich", sagte Finanzvorstand Andreas Stuhl. So sei Bouchard etwa im Herbst ein US-amerikanischer Großkunde weggebrochen. Dieser habe 50 Prozent des Gesamtumsatzes des belgischen Pralinenherstellers ausgemacht. "Wir waren uns des Risikos eines Wegfalls bewusst", sagte Stuhl. "Dass dieser ,Worst Case' gleich im ersten Jahr eintritt, hat uns ziemlich kalt erwischt."

Für die Zukunft hätten der amerikanische Markt und die belgischen Pralinen von Bouchard jedoch große Bedeutung für das börsennotierte Unternehmen. "Ab 2016 rechnen wir mit deutlich spürbaren Umsatzzuwächsen." Laut Stuhl belasteten auch die extrem gestiegenen Preise für Haselnüsse, Mandeln und Kakaoprodukte das Konzernergebnis stark.

In diesem Jahr will Halloren den Umsatz erneut leicht steigern. Zudem will der Konzern das Exportgeschäft ausbauen.

Halloren bündelt momentan seine Verwaltung am Stammsitz Halle. Anfang des Jahres zentralisierte das Unternehmen bereits Produktentwicklung und Einkauf in der Saalestadt, bis Ende des Jahres sollen Controlling und Buchhaltung folgen. Auf die Zahl der Arbeitsplätze am Stammsitz wirkt sich das nicht aus. Der Konzern beschäftigt derzeit rund 720 Mitarbeiter und exportiert seine Kreationen in mehr als 50 Länder.