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| 07:32 Uhr

Wolfsburg
Bei VW drohen Engpässe in der Produktion

Wolfsburg. Die Umstellung auf einen neuen Abgas-Teststandard sorgt für Schwierigkeiten. Auch BMW meldet ernste Probleme.

Die Umstellung auf einen neuen Abgas-Teststandard sorgt für Schwierigkeiten. Auch BMW meldet ernste Probleme.

Bei der Umstellung auf den neuen Abgas-Teststandard WLTP rechnet die Volkswagen-Kernmarke von August an mit vorübergehenden Lücken in der Produktion. Das bedeute dann zeitweilig auch weniger Beschäftigung wegen geringerer Auslastung, sagte Personalleiter Martin Rosik dem Mitarbeiter-Magazin "Inside". Der neue Prüfzyklus WLTP wird im September für sämtliche Neuwagen bindend, von September 2019 an werden zudem realitätsnahe Straßen-Abgastests Pflicht.

"Mit Hochdruck" werde daran gearbeitet, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, betonte der Manager. Dennoch seien Lieferengpässe bei bestimmten Modellen möglich. Einige Varianten, die bis dahin noch kein WLTP-Zertifikat hätten, müssten vorläufig aus dem Programm genommen werden.

Aktuell hat Volkswagen einen vorübergehenden Fertigungsstopp für wichtige Diesel-Modelle verhängt, um eine Fehlanzeige zu beheben. Wie der Konzern bestätigte, muss ein Software-Update für den vielfach verbauten 2.0-TDI-Motor entwickelt werden. Für betroffene Modelle vom Typ Passat mit Frontantrieb und 7-Gang-DSG sowie das damit ausgerüstete Modell Arteon sei die Produktion bis zur "Bereitstellung einer Abstellmaßnahme" vorübergehend ausgesetzt worden. Zuvor hatte die "Automobilwoche" darüber berichtet.

Nach VW-Angaben kann es bei Modellen, die mit 2,0-Liter-TDI-EU6-Motor mit 140 kW und DSG-Getriebe ausgestattet sind, vorkommen, "dass über die gelbe Motorkontrollleuchte auf ein Problem mit dem Abgasnachbehandlungssystem hingewiesen wird, obwohl tatsächlich kein derartiges Problem besteht". Kunden sollten jede Aktivierung der gelben Motorkontrollleuchte ernst nehmen und eine Vertragswerkstatt aufsuchen, um den Fehler analysieren zu lassen.

Um für bereits ausgelieferte Fahrzeuge schnellstmöglich ein Software-Update anbieten zu können und die Auslieferung betroffener Neu-Fahrzeuge so bald wie möglich wieder aufnehmen zu können, werde an einer Abstellmaßnahme gearbeitet, hieß es in Wolfsburg. Nach heutiger Einschätzung werde diese im vierten Quartal 2018 zur Verfügung stehen. Aufgrund der verlängerten Lieferzeiten für die betroffenen Modelle gebe es Alternativangebote.

Beim neuen Prüfzyklus WLTP geht es um eine bessere Abbildung des tatsächlichen Verbrauchs sowie der Schadstoff- und CO2-Emissionen. Das Prüfverfahren ist jedoch aufwendig - Autobauer könnten also gezwungen sein, einen Teil ihrer normalen Abläufe umzuplanen. Der neue Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess hatte schon Anfang Mai vor Lieferengpässen gewarnt.

Auch BMW hatte bekanntgegeben, dass die Umstellung auf WLTP nicht reibungslos verläuft. Der Autobauer stoppt die Produktion mehrerer Modelle mit Benzinmotoren für den europäischen Markt, um sie für die neuen EU-Verbrauchsmessungen fit zu machen. Das Flaggschiff, der 7er BMW, soll als Benziner in Europa ein Jahr lang aus dem Angebot genommen werden.

(dpa)