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| 01:04 Uhr

Bei Naturkatastrophen kann der Mensch vom Tier lernen

Leipzig.. Die Tierwelt besitzt Frühwarnsysteme auch für den Fall einer Naturkatastrophe.

"Tiere sind mit unterschiedlichen Sensorsystemen ausgestattet, die zum Teil unabhängig voneinander arbeiten und als Sicherung für alle überlebenswichtigen Funktionen dienen", sagte Gottfried Hohmann, Biologe am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Dazu gehörten nicht nur Tastsinn, Gehör und Geschmack, sondern auch Rezeptoren, die auf Veränderungen bei Luftdruck und Feuchtigkeit reagieren. "Trotz aller Technik vermag der Mensch Anzeichen drohender Katastrophen nur unzureichend wahrzunehmen oder zu interpretieren."
Hinsichtlich des Seebebens in Südasien sagte Hohmann: "Nachdem, was wir heute wissen, hat es im Vorfeld unterschiedliche Signale für das Beben gegeben, zum Beispiel die ungewöhnliche Ebbe. Das sind Zeichen, die für den Menschen erkennbar sein müssten." Das Problem der Zivilisation bestehe wohl in erster Linie darin, "nicht mehr richtig hinzuschauen". Das Überleben von Tieren hänge ausschließlich davon ab, ob die angeborenen Schutzmechanismen in Ex-tremsituationen funktionieren. Sonst überlebe die Art nicht.
In den vergangenen Tagen wurde wiederholt davon berichtet, dass in Sri Lanka Tiere kaum zu den Opfern der Flutwelle gehörten. Sie hatten sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht. "Bei den Elefanten ist anzunehmen, dass sie das Geräusch der Welle hörten. Sie können über große Entfernungen Infraschall über ihre Knochen registrieren", sagte der Biologe. Die Tiere würden sich auch gegenseitig beobachten und warnen. (dpa/maf)