Berater von Reisebüros und Reisezentren der Deutschen Bahn (DB) hätten in 23,3 Prozent der Fälle nicht die günstigste Variante gefunden, berichtete der Verkehrsclub Deutschland (VCD) gestern in Berlin. Insgesamt sei jede dritte Beratung nicht optimal gewesen.
In der Untersuchung hatten zehn Tester des Instituts Quotas im VCD-Auftrag 60 Reisebüros und 120 DB-Reisezentren aufgesucht und sich beraten lassen. Rund 35 Prozent der Testberatungen waren laut Verkehrsclub fehlerhaft. In fünf Prozent der Fälle erhielten die Tester überhaupt keine Preisauskunft.

Studie ist Ansporn
Der VCD-Vorsitzende Michael Gehrmann sagte, das Preissystem der europäischen Bahnunternehmen sei „zu vielfältig, zu komplex, zu unübersichtlich“ . So erschwerten unterschiedliche Rabattregelungen und die fehlende Anerkennung der Bahncard die Beratung. Gehrmann forderte die DB auf, ihre Software zu optimieren und das Personal noch besser zu schulen.
Bahnsprecher Achim Stauß sagte, die Studie sei ein Ansporn, besser zu werden. In der Tat müssten die europäischen Bahnen ihre Preissystematik stärker harmonisieren. Positiv sei die im Vergleich zum Vorjahr von 7,5 auf vier Minuten verkürzte durchschnittliche Wartezeit in den DB-Reisezentren.

Mängel bei Familienberatung
Bei den Beratungen fanden die Tester einen deutlichen Unterschied zwischen Einzelreisenden und Familien heraus. 81 Prozent der Einzelpersonen wurden in Bezug auf Kosten und Fahrtdauer optimal beraten, aber nur 48 Prozent der Familien. Grund dafür ist laut Gehrmann die größere Zahl an Kombinationsmöglichkeiten bei Vergünstigungen für Familien.
Als krasses Negativbeispiel führte Projektleiter Thomas Krautscheid die Auskunft von Mitarbeitern zweier Bahn-Reisezentren an, die für die Strecke Köln - Marseille den Rat gegeben hätten: „Gehen Sie ins Reisebüro und buchen Sie einen Flug.“ (dpa/ar)