Diverse Studien haben belegt, dass es im Schnitt 80 bis 85 Prozent der aktiven Fondsmanager nicht schaffen, mit ihrer Anlagestrategie langfristig besser als der Vergleichsindex abzuschneiden. Für Anleger, die den Fondsmanagern nicht viel zutrauen, bietet der Markt eine große Auswahl an Anlageformen, die auf das teure Fondsmanagement verzichten und lediglich originalgetreu einen Aktienindex abbilden. Zu den Klassikern zählen die Indexzertifikate. Dies sind Anleihen von Banken, deren aktueller Wert sich nach dem damit gekoppelten Börsenindex richtet. Die herausgebende Bank zahlt für das Zertifikat keine Zinsen. Dafür verpflichtet sie sich, am Ende der Laufzeit das entsprechende Bezugsverhältnis zum Aktienindex zurückzuzahlen. Mit dem Bezugsverhältnis wird geregelt, wie hoch der Wert des Zertifikats im Verhältnis zum Indexstand ist.

Fallen und Steigen mit dem Dax
Beispiel: Ein Bezugsverhältnis von 10:1 bedeutet bei einem Dax-Zertifikat, dass das Wertpapier 300 Euro wert ist, wenn der Deutsche Aktienindex (Dax) bei 3000 Punkten steht. Steigt der Dax auf 3500 Punkte, erhöht sich der Wert auf 350 Euro. Je nach Index und Anbieter werden die Zertifikate meist im Verhältnis 1:1, 10:1 oder 100:1 gestückelt. Die Laufzeit der Zertifikate beträgt meist fünf bis zehn Jahre - außer bei den „Unlimited“ -Zertifikaten. „Diese Papiere haben keine Laufzeitbeschränkung. Das bringt dem Anleger den Vorteil, dass er nicht aufgrund der Fälligkeit zwangsweise neu investieren oder Kasse machen muss“ , sagt Thomas Bieler, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Während der Laufzeit können Zertifikate wie herkömmliche Anleihen an der Börse gekauft und veräußert werden.
Alternativ dazu können Sparer auch in Indexfonds investieren. Die meisten Fonds dieser Gattung werden als Indexaktien angeboten - im Börsenjargon „Exchange Traded Funds“ oder „XTF“ genannt.

Ausgabeaufschläge differieren
Die Konstruktion ist mit dem Aktienfonds identisch: Das eingesammelte Kapital wird in Werte aus dem jeweiligen Aktienindex investiert. An der Börse werden die Anteilsscheine jedoch wie Aktien gehandelt. Die Werte können sowohl über das elektronische Xetra-Handelssystem, als auch über den Kursmakler geordert und verkauft werden. Anbieter von Indexfonds und -zertifikaten werben gern mit dem Argument niedriger Nebenkosten. Doch längst nicht jede Fondsgesellschaft gibt die Kosteneinsparungen an den Kunden weiter, wenn lediglich ein Index nachgebildet und auf das Fondsmanagement verzichtet wird. „Ausgabeaufschläge von fünf Prozent sind bei Index-Investments nicht gerechtfertigt“ , sagt Finanzexperte Bieler.
Es gibt auch Anbieter wie Indexchange, die keinen Ausgabeaufschlag verlangen, dafür aber maximal ein halbes Prozent Verwaltungsgebühr pro Jahr erheben. „Das ist marktüblich für ein Index-Investment“ , sagt Bieler.
Die Herausgeber von börsengehandelten Indexfonds und Zertifikaten verdienen überdies an der Geld-Brief-Spanne. Dies ist die Differenz zwischen dem niedrigeren Geldkurs, den der Börsenhändler beim Ankauf von Wertpapieren bietet und dem höheren Briefkurs, zu denen die Titel an die Anleger verkauft werden. Beispiel: Liegt der Geldkurs eines Indexzertifikats bei 50 Euro und der Briefkurs bei 50,50 Euro, beträgt die Geld-Brief-Spanne ein Prozent - und höher sollte sie auch nicht sein. Ausnahmen gelten für exotische Branchen- oder Länderindizes, wo aufgrund des geringen Handelsvolumens auch mal höhere Differenzen vertretbar sind.

Verdeckte Gebühren
Eine wenig bekannte Möglichkeit, verdeckte Gebühren zu erheben, nutzen einige Herausgeber von Indexzertifikaten, indem sie die Papiere an den Kurs-Index anstatt an den Performance-Index koppeln. Feiner, aber bedeutsamer Unterschied: Während beim Performance-Index die Dividendenzahlungen der Unternehmen berücksichtigt werden, fallen diese beim Kurs-Index unter den Tisch. In der Praxis bedeutet dies bei den Standardwerte-Indizes wie Dax oder EuroStoxx eine Rendite-Einbuße von bis zu drei Prozent pro Jahr. Bieler: „Anstatt in Kursindex-Zertifikate sollten Anleger lieber in Indexfonds investieren, weil dort die Dividenden dem Anleger zugute kommen.“