Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) lehnt Staatshilfen für den insolventen Druckmaschinenhersteller Manroland vorerst ab. „Es ist jetzt überhaupt nicht der Zeitpunkt, über Bürgschaften oder Staatshilfen zu sprechen“, sagte er am Montag nach einer Krisensitzung in Augsburg.

Die Verantwortung für die Zukunft des Unternehmens liege in erster Linie bei den Gesellschaftern Allianz und MAN, dem Unternehmen selbst und bei den Banken. „Da können und dürfen wir auch im Interesse der Steuerzahler niemanden aus seiner Verantwortung entlassen“, betonte der Minister.

Er werde darauf drängen, dass am Ende der Insolvenz ein gutes Ergebnis steht, sagte Zeil. „Und da macht es überhaupt keinen Sinn, den Druck dadurch rauszunehmen, indem man über irgendwelche theoretischen Möglichkeiten redet. In einer Marktwirtschaft sind die Verantwortungen glasklar.“

Der Wirtschaftsminister widersprach damit auch Forderungen der IG Metall. Die Gewerkschaft hatte am Montag Hilfe von der Politik eingefordert. Es dürfe keine ordnungspolitischen Tabus bei der Manroland-Insolvenz geben, sagte der hessische IG-Metall-Chef Armin Schild der „Frankfurter Rundschau“ vom Montag. „Deshalb müssen temporäre Beteiligungsmöglichkeiten, Landesbürgschaften und die Unterstützung für eine Transfergesellschaft ins Auge gefasst werden.“

Manroland hatte am Freitag einen Insolvenzantrag gestellt. Durch die Pleite des Konzerns sind die Arbeitsplätze von rund 6500 Menschen im bayerischen Augsburg (rund 2500 Mitarbeiter), im hessischen Offenbach (rund 1900 Mitarbeiter) und im sächsischen Plauen (726 Mitarbeiter) bedroht. Die Allianz Capital Partners (ACP), Investment-Arm des Versicherungskonzerns, hält 75 Prozent der Anteile und 65 Prozent der Stimmrechte an Manroland, die übrigen MAN.

Um möglichst schnell einen Investor zur Rettung des insolventen Druckmaschinenherstellers Manroland zu finden, soll die Produktion an allen drei Standorten zunächst fortgeführt werden, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider in Augsburg mit.