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| 09:40 Uhr

Berlin
Bauern wollen Erntehelfer aus der Ukraine holen

Berlin. Zehntausende Arbeiter helfen aktuell auf deutschen Feldern aus. Die Suche nach Saisonkräften könnte nach Einschätzung von Arbeitgebern aber schwerer werden. Wenn sich die wirtschaftliche Lage in den östlichen EU-Ländern weiter verbessere, könnten in einigen Jahren weniger Erntehelfer nach Deutschland kommen, befürchtet Burkhard Möller, Hauptgeschäftsführer des landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbands GLFA.

Zehntausende Arbeiter helfen aktuell auf deutschen Feldern aus. Die Suche nach Saisonkräften könnte nach Einschätzung von Arbeitgebern aber schwerer werden. Wenn sich die wirtschaftliche Lage in den östlichen EU-Ländern weiter verbessere, könnten in einigen Jahren weniger Erntehelfer nach Deutschland kommen, befürchtet Burkhard Möller, Hauptgeschäftsführer des landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbands GLFA.

"Perspektivisch sehen wir Probleme", sagte er. Landwirte würden deswegen in Zukunft gerne Arbeitskräfte aus der Ukraine holen. Weil das Land nicht Mitglied der Europäischen Union ist, bräuchte es dafür aber ein Abkommen zwischen beiden Staaten. Darum müsse sich die Bundesregierung kümmern, forderte Möller.

Laut Agrarministerium gab es bisher genug Saisonarbeiter aus der EU, überwiegend aus Polen und Rumänien. In letzter Zeit mehrten sich allerdings die Anzeichen, dass das Interesse wegen der positiven wirtschaftlichen Entwicklung in diesen Ländern nachlasse, teilte das Ministerium auf Anfrage mit.

Bis 2020 mache es eine Sonderregelung möglich, Erntehelfer aus dem Westbalkan zu beschäftigen. Zusammen mit dem federführenden Arbeitsministerium würde die Entwicklung aufmerksam beobachtet und geprüft, inwieweit künftig Arbeiter aus anderen Drittstaaten in Betracht kommen. "Die Ukraine könnte in diesem Fall ein denkbarer Partner sein", so das Ministerium.

Jedes Jahr sind Bauernhöfe auf Saisonkräfte angewiesen, um zum Beispiel Spargel, Erdbeeren oder im Spätsommer auch Weintrauben zu ernten. 2016 waren es rund 286.000. Laut Möller gibt es aktuell flächendeckend noch genug Helfer.

(dpa)