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Bauern enttäuscht von bisheriger Getreideernte

Berlin.. Deutschlands Bauern sind von der Getreideernte in diesem Jahr bislang enttäuscht. In seinem gestern in Berlin veröffentlichten zweiten Erntebericht klagt der Deutsche Bauernverband über Einbußen von bis zu 20 Prozent bei Wintergerste, Sommergerste und Winterraps.

Beim Winterweizen rechnen die Landwirte mit einem Ertragsrückgang von bis zu 15 Prozent. Nur in Bayern sei die Ernte bei Weizen und Raps stabil, heißt es in dem Bericht.
Derweil steigen die Getreidepreise: Die Kurse für Raps explodierten laut Verband geradezu und kratzten an der Marke von 300 Euro pro Tonne. Der Weizen erreiche Preise oberhalb von 180 Euro pro Tonne. Die Bäcker halten es wegen steigender Mehlpreise für möglich, dass Brot und Backwaren teurer werden.

Trockenheit im Osten
Die Trockenheit hatte in manchen ostdeutschen Regionen zu schweren Schäden geführt. Die Niederschläge seit dem Frühjahr konnten dies nach Angaben des Verbands bei der Gerste nicht mehr auffangen. Die Bauern legten sich in den vergangenen Tagen ins Zeug, um die ins Stocken geratene Getreideernte voranzubringen. Während die Ernte bei der Wintergerste so gut wie eingefahren ist, stehen Winterweizen, Sommergerste und Winterrogen noch auf den Feldern. Die Qualität der Wintergerste gilt als zufriedenstellend.

Schlechte Rapsqualität
Beim Weizen sind nach Angaben des Verbandes in Ostdeutschland erst zehn Prozent geerntet, während es im Rheinland schon rund 70 Prozent sind. Die Bauern befürchten, dass anhaltender Regen die Probleme verschärft. Beim Winterraps gibt es nach Angaben des Bauernverbands noch Restflächen. Spätfröste und Trockenheit hätten zu einer überraschend schwachen Rapsernte geführt. Der Ölgehalt sei wegen der Witterungsbedingungen auffallend niedrig.
Den höheren Erzeugerpreisen stehen auch höhere Kosten gegenüber: So müsse das Getreide wegen der Niederschläge getrocknet werden. Im vergangenen Jahr war der Gesamtertrag für Getreide nach Angaben aus den Bundesländern um 5,4 Prozent auf 43,5 Millionen Tonnen zurückgegangen. (dpa/ck)