Das Geschäftsjahr 2020 war auch für die BASF Schwarzheide ein Jahr der Extreme. „Nie zuvor waren wir so gefordert, die Gesundheit unserer Mitarbeitenden, unseren Produktionsauftrag und die Umsetzung großer Projekte in Einklang zu bringen“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. „Gleichzeitig konnte im November der Spatenstich für die größte Einzelinvestition am Standort Schwarzheide seit Bestehen der BASF Schwarzheide GmbH gefeiert werden. Alles in allem haben wir das schwierige Jahr dank einer starken Teamleistung vernünftig beendet“, resümiert Geschäftsführer Jürgen Fuchs.
Die Auswirkungen der weltweiten Rezession durch die Corona-Pandemie hinterließen auch am Lausitzer Produktionsstandort Spuren. Der Umsatz lag zum ersten Mal seit Jahren mit 903 Millionen Euro unter der Grenze von einer Milliarde Euro. Vorübergehend waren etwa 450 der rund 2000 Beschäftigten in Kurzarbeit. Hauptgrund dafür war der Auftragsrückgang aus der Automobilbranche. Erst das letzte Quartal brachte eine klare Verbesserung der Auftragslage. Ein positiver Trend, der sich auch in den ersten Monaten dieses Jahres fortsetzte, teilt der Chemieriese mit.

Wachstumsprojekte auf Kurs

Trotz Krisensituation hielt die BASF an ihren Plänen fest, den Produktionsstandort in der Lausitz auszubauen. Insgesamt 224 Millionen Euro wurden 2020 in Schwarzheide in den Bau, die Instandhaltung und Erweiterung von Produktionsanlagen und die Modernisierung von Infrastruktureinrichtungen investiert. Aufwendungen betrafen auch die Schließung der TDI-Anlage, die nach 47 Jahren außer Betrieb genommen wurde.
Ein großer Teil der Investitionen floss in die neue Anlage zur Herstellung von Kathodenmaterialien, die sich seit Sommer 2020 im Bau befindet. „Die Errichtung der Produktionsanlage macht gute Fortschritte. Die Anlage wird wie geplant 2022 den Betrieb aufnehmen“, zeigt sich Fuchs zufrieden. Weitere Investitionen flankieren den Aufbau der Batteriematerialproduktion.
Die Firma Air Liquide hat im Februar 2021 den Bau einer neuen Luftzerlegungsanlage zur Herstellung von Sauerstoff und CO2-freier Druckluft am Standort Schwarzheide angekündigt. Gleichzeitig erweitert und modernisiert BASF die werkseigene Infrastruktur mit mehr als 17 Millionen Euro.

BASF treibt die Energiewende voran

Parallel arbeitet BASF in Schwarzheide langfristig an der Energietransformation hin zur CO2-Neutralität. Der Produktionsstandort will zunehmend emissionsfreie Energie aus Wind und Sonne nutzen und legt dafür bereits jetzt den Grundstein. Das BASF-eigene Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk wird seit 2019 modernisiert, um künftig nicht nur Strom und Dampf mit einem noch geringeren CO2-Fußabdruck zu erzeugen, sondern durch eine flexiblere Fahrweise Schwankungen besser ausgleichen zu können. Das ist die Voraussetzung, um fluktuierende Stromeinspeisung aus erneuerbaren Quellen in die Versorgung eines Chemiestandortes integrieren zu können. Weiterhin erwägt das Unternehmen den Aufbau eigener Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Energie.

BASF sucht Fachkräfte für Schwarzheide

„Um unsere Wachstumsprojekte erfolgreich zu realisieren und unsere Kunden künftig mit leistungsfähigen Batteriematerialien aus Schwarzheide versorgen zu können, suchen wir tatkräftige Kolleginnen und Kollegen, die unser Team verstärken“, so Arbeitsdirektorin Anne Francken.
Im Jahr 2021 sind am Produktionsstandort Schwarzheide mehr als 100 Stellen neu zu besetzen. Besonders gefragt sind die technischen Berufe, wie Handwerker in der Elektrotechnik und Ingenieure für Elektro- und Automatisierungstechnik. Studenten, die kurz vor dem Abschluss eines MINT-Studiengangs stehen, sind eingeladen sich als Trainee zu bewerben. Stellenausschreibungen werden im Laufe des Jahres kontinuierlich veröffentlicht unter: www.basf-schwarzeide.de
Zusammen mit Kontraktoren, Beschäftigten weiterer BASF-Gruppengesellschaften, Ansiedlern und Dienstleistern sind am Standort Schwarzheide rund 3500 Personen tätig.