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| 01:37 Uhr

BASF Schwarzheide stemmt sich gegen Krise

Angesichts der anhaltenden Nachfrageflaute rechnet das Chemieunternehmen BASF Schwarzheide GmbH (Oberspreewald-Lausitz) mit einem Umsatzrückgang in diesem Jahr. Das sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Karl Heinz Tebel, am Mittwoch in Schwarzheide. Die Zahl der Mitarbeiter soll aber trotz schwierigen Umfelds stabil bleiben. Von Michel Havasi

"Rabenschwarz" - so umschrieb Jürgen Hambrecht, Vorstandschef des weltgrößten Chemiekonzerns BASF, vor wenigen Tagen in Ludwigshafen die Aussichten für dieses Jahr. "2009 wird ein Jahr voller Herausforderungen werden", fügte er hinzu. Zumindest das gilt auch für die BASF Schwarzheide GmbH. Verliefen die ersten neun Monate des abgelaufenen Geschäftsjahres noch nach Plan, rollte im Schlussquartal die Wirtschaftskrise unaufhaltsam auf den Lausitzer Standort zu. Seit Herbst 2008 sei die Nachfrage aus wichtigen Kundenindustrien wie Bau und Automobil massiv eingebrochen, sagte Tebel. Die Folge: Die Auslastung der Produktionsanlagen sank von 90 Prozent zu Beginn des Jahres auf nur noch 79 Prozent im vierten Quartal. "Wir müssen uns auf die schwache Nachfrage ausrichten und die Kapazitäten anpassen", sagte Tebel. Dabei hilft den Schwarzheidern der Mix: Im Verbund der BASF-Gruppe könne die Auslastung einzelner Anlagen "koordiniert und optimiert" werden. Andere würden komplett in Eigenregie gesteuert oder seien - wie der Bereich Pflanzenschutz - von der Absatzkrise aktuell noch nicht betroffen. Diese Schwankungen spürten auch die Mitarbeiter, etwa durch die Ausweitung von Kurzarbeit (die RUNDSCHAU berichtete). Durch flexiblen Personaleinsatz und die kontinuierliche Verbesserung betrieblicher Prozesse stemme sich der Standort Schwarzheide gegen die Krise. Das schwache Schlussquartal schlägt sich noch nicht in der Bilanz 2008 nieder. "Es ist von Vorteil, dass wir am Standort Schwarzheide mehrere Standbeine haben", sagte Pressesprecher Arne Petersen auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Gut laufende Bereiche könnten die Rückgänge in schwächeren Segmenten abfedern. So hat das Unternehmen zum zweiten Mal in Folge die Milliarden-Umsatzgrenze geknackt. Mit 1,045 Milliarden Euro lag der Umsatz 2008 rund 1,3 Prozent über dem des Vorjahres. Deutliche Zuwachsraten erzielte das Segment Pflanzenschutz mit einer Steigerung um mehr als 17 Prozent. Dort wird auch weiter investiert: Für mehr als 100 Millionen Euro wird derzeit die Anlage zur Herstellung des Pflanzenschutz-Wirkstoffs F 500 erweitert (die RUNDSCHAU berichtete). Insgesamt hat die BASF Schwarzheide im vergangenen Jahr knapp 80 Millionen Euro in die Instandhaltung und Verbesserung von Produktionsanlagen investiert. Die Zahl der Mitarbeiter sank geringfügig von 1878 auf 1855. Was die Prognose für 2009 betrifft, wollte Tebel nicht schwarzmalen. "Allerdings werden wir die Umsatz-Milliardengrenze wohl nicht mehr erreichen", sagte er.