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| 10:32 Uhr

BASF Schwarzheide knackt Umsatz-Milliarde

Welche Produkte bei der BASF in Schwarzheide entstehen, wie sie verwendet werden und was es sonst noch Wissenswertes über den Lausitzer Chemie-Standort gibt, können Gäste im Besucherzentrum erfahren, das jetzt eröffnet wurde.
Welche Produkte bei der BASF in Schwarzheide entstehen, wie sie verwendet werden und was es sonst noch Wissenswertes über den Lausitzer Chemie-Standort gibt, können Gäste im Besucherzentrum erfahren, das jetzt eröffnet wurde. FOTO: dpa
Das Chemie-Unternehmen BASF Schwarzheide GmbH (Oberspreewald-Lausitz) hat 2007 beim Umsatz erstmals die Milliardengrenze durchbrochen. Von Christiane Klein

Mit 1,032 Milliarden Euro – das entspricht im Vorjahresvergleich einem Plus von 19 Prozent – habe der Lausitzer Standort zum dritten Mal in Folge den höchsten Umsatz seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1990 erwirtschaftet, erklärte Karl Heinz Tebel, neuer Vorsitzender der Geschäftsführung, gestern bei der Vorlage des Jahresberichts. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, hat das Unternehmen 2007 zudem eine neue Mitarbeiter-Initiative gestartet.

„Der Umsatz pro Mitarbeiter ist deutlich gestiegen. Die Anlagen sind besser ausgelastet, das schlägt sich auch auf das Ergebnis nieder“ , erklärte Tebel. Im Vergleich zu 2006 sei der Gewinn des Schwarzheider Werkes „signifikant gestiegen“ . Konkrete Zahlen nannte der Nachfolger von Volker Knabe jedoch nicht. Seit 2006 werde der Gewinn nur noch für die gesamte BASF-Gruppe bekannt gegeben.

Kunststoffe sind und bleiben der Umsatzriese am Lausitzer BASF-Standort. Die Produkte, die zu Kühlschränken, Schuhsohlen, Schaumstoffen und vielem mehr weiterverarbeitet werden, machen rund 70 Prozent des Umsatzes (718 Millionen Euro) aus. An zweiter Stelle stehen den Angaben zufolge Veredlungsprodukte wie Wasserbasislacke und Dispersionen mit 128 Millionen Euro sowie Pflanzenschutzmittel, die mit 120 Millionen Euro etwa zwölf Prozent Anteil am Gesamtumsatz des Schwarzheider Werkes haben. Gerade dieses Segment hatte dem Konzern 2006 Schwierigkeiten bereitet. Wegen eines Absatzeinbruchs in Brasilien stand die Anlage sogar für mehrere Monate still. „2007 hatten wir eine hohe Auslastung“ , betonte Tebel. Ein Grund dafür sei das Pflanzenschutzmittel F 500, das bei Anbaupflanzen zu einer Ertragssteigerung von bis zu zehn Prozent führe. Im Durchschnitt seien die Anlagen im Schwarzheider Werk 2007 zu 90 Prozent (2006: 81 Prozent) ausgelastet gewesen.

Damit der Standort leistungsfähig bleibt, hat das Unternehmen 2007 nach eigenen Angaben rund 22 Millionen Euro investiert – vor allem in die Optimierung und Kapazitätserweiterung. In diesem Jahr seien für Investitionen rund 30 Millionen Euro vorgesehen. „Eine neue Großanlage ist nicht geplant“ , sagte Tebel. Auch neue Produkte werde es nicht geben. Stattdessen stehe der Ausbau der Kapazitäten im Vordergrund.

Mitarbeiter sind gefragt

Um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, läuft seit Mitte 2007 auch eine neue Initiative namens „Optimum“ , in die alle Mitarbeiter einbezogen werden sollen. „Ziel ist eine permanente Qualitätsverbesserung. Wir versprechen uns davon weniger kurzfristige als vielmehr mittelfristige Erfolge“ , sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung. „Der Mitarbeiter kennt sich mit bestehenden Prozessen am besten aus und weiß, wo es etwas zu verbessern gibt. Diesen Schatz wollen wir heben“ , erklärte Pressesprecher Arne Petersen. Die Beschäftigten sollen mehr Eigenverantwortung erhalten und sich mehr einbringen können. „Dazu wird es Schulungen geben, in denen die Mitarbeiter zum Beispiel lernen, wie sie Arbeitsprozesse durchleuchten“ , so Petersen.
Von dem Rekordergebnis 2007 sollen auch die derzeit 1898 Beschäftigten in Schwarzheide etwas spüren. „Die Mitarbeiterbeteiligung wird die höchste sein, die je ausgezahlt wurde“ , erklärte Petersen ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Beschäftigtenzahl gleich geblieben
In den vergangenen Jahren waren in Schwarzheide immer wieder Stellen gestrichen worden. Im Vergleich zu 2006 blieb die Mitarbeiterzahl annähernd stabil. 64 Prozent der Auszubildenden wurden nach Unternehmensangaben übernommen. Außerdem wurden vor allem in der BASF IT Services GmbH neue Mitarbeiter eingestellt. Die Zahl der Menschen, die insgesamt am Standort arbeiten, stieg leicht von 2430 auf 2506.


Die Umsatzbringer
 Der Gesamtumsatz der BASF Schwarzheide GmbH im Jahr 2007 in Höhe von 1,032 Milliarden Euro teilt sich wie folgt auf:
Polyurethane: 425 Millionen Euro (2006: 352)
Technische Kunststoffe: 161 Millionen Euro (2006: 134)
Schaumstoffe: 132 Millionen Euro (2006: 103)
Pflanzenschutz: 120 Millionen Euro (2006: 86)
Dispersionen: 77 Millionen Euro (2006: 74)
Wasserbasislacke: 51 Millionen Euro (2006: 48)