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| 18:13 Uhr

„Barmer GEK Heil- und Hilfsmittelreport 2016“
Nur jeder Zweite bekommt Physiotherapie verordnet

Cottbus. Mehr als 50 Prozent der Leistungen in der Physiotherapie werden aufgrund von Erkrankungen der Wirbelsäule verordnet, die andere Hälfte resultiert vor allem aus Unfällen. Das geht aus dem kürzlich veröffentlichten „Barmer GEK Heil- und Hilfsmittelreport 2016“ hervor. Von Hannelore Grogorick

Mehr als 50 Prozent der Leistungen in der Physiotherapie werden aufgrund von Erkrankungen der Wirbelsäule verordnet, die andere Hälfte resultiert vor allem aus Unfällen. Das geht aus dem kürzlich veröffentlichten „Barmer GEK Heil- und Hilfsmittelreport 2016“ hervor.

Die typischen Erkrankungen, die zu Leistungen der Physiotherapie führen, sind Erkrankungen aus folgenden Bereichen: Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens, weiterhin entzündliche Polyarthropathien, Arthrose, Gelenkschädigungen, Systemkrankheiten des Bindegewebes, Parkinson, Multiple Sklerose, Schlaganfälle und Hirn-
infarkte.

 Nach den Auswertungen des „Barmer GEK Heil- und Hilfsmittelreportes 2016“ erhielten im Freistaat Sachsen beispielsweise mehr als die Hälfte (57 Prozent) aller Patienten mit entsprechender Indikation  eine Verordnung für eine Physiotherapie, in Brandenburg waren es 50 Prozent. Das Niveau der Versorgung im Bereich der Physiotherapie liegt im Mittelwert der  Bundesländer bei rund 44,3 Prozent. Damit wird deutlich, dass etwa (nur) jeder zweite Versicherte Leistungen der Physiotherapie verordnet bekommt, obwohl er eine entsprechende Indikation dazu hat.

Insbesondere bei Rückenproblemen sind physiotherapeutische Maßnahmen, wie beispielsweise Massagen oder Krankengymnastik, gängige Heilmittel. Diese vertragsärztlich verordneten Heilmittel gehören zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Behandelnde Ärzte/Ärztinnen dürfen Heilmittel dann verordnen, wenn sie medizinisch notwendig sind. Das sind sie, wenn eine Krankheit dadurch geheilt, ihre Verschlimmerung verhütet oder Krankheitsbeschwerden gelindert werden können.

Am häufigsten werden Maßnahmen der Physiotherapie von Allgemeinmedizinern, Internisten und Hausärzten (40 Prozent), von Orthopäden (20 Prozent), und Chirurgen (fünf Prozent) verordnet.

Die Ausgaben für Heilmittel, darunter fallen auch medizinisch notwendige Leistungen der Physiotherapie, sind beispielsweise bundesweit bei der Barmer (GEK) zwischen den Jahren 2013 und 2015 um mehr als 15 Prozent auf 822 Millionen Euro gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs um 111 Millionen Euro. In Sachsen stiegen die Kosten von 8517 Euro auf 9269 Euro je Leistungserbringer (Physiotherapie), in Brandenburg von 6763 auf 7931 Euro.

Die Kosten für Heilmittel (alle Heilmittelarten) pro versicherte Person sind im Zeitvergleich 2013 bis 2015 nach Bundesländern in Sachsen von 101,66 Euro auf 112,77 Euro und in Brandenburg von 77,21 Euro auf 92,51 Euro gestiegen. Die deutschlandweiten Mittelwerte liegen hier bei 81,98 und 94 Euro. Bei den Kosten für Physiotherapie pro versicherte Person liegen sie  in Sachsen (78,46) und Brandenburg (65,50) über dem Bundesdurchschnitt (64,28 Euro).

Bei der Anzahl der Leistungserbringer je 1000 Einwohner liegt Brandenburg mit 1,240  an der Spitze. In Sachsen sind es 0,967.

Dabei sind die verursachten Kosten der Leistungserbringer für die Physiotherapie   im Verlauf der letzten drei Jahre bundesweit und ohne Ausnahme in allen Bundesländern angestiegen (je Leistungserbringer von durchschnittlich 7400 auf 8200 Euro.