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| 15:01 Uhr

Millionen-Investition
Künftig werden ICE-Züge im Bahnwerk Cottbus gewartet

 Schwere Technik. Das Cottbuser Werk war spezialisiert auf die Instandhaltung von Dieselloks. Davon aber gibt es immer weniger.
Schwere Technik. Das Cottbuser Werk war spezialisiert auf die Instandhaltung von Dieselloks. Davon aber gibt es immer weniger. FOTO: Z1015 Bernd Settnik
Cottbus. Das jahrelange Bangen um die Zukunft des Instandhaltungswerkes der Deutschen Bahn in Cottbus ist zu Ende. Der Betrieb mit derzeit knapp 400 Beschäftigten soll nicht nur erhalten bleiben, sondern kräftig ausgebaut werden. Schon bald könnten auch ICE-Züge nach Cottbus rollen. Von Jan Siegel

In Zukunft sollen im Instandhaltungswerk Cottbus der Bahn AG auch ICE-Züge gewartet werden. Geplant ist eine umfassende strategische Neuausrichtung, die dem Bahnwerk ganz neue Geschäfts- und Betätigungsfelder für die Zukunft eröffnet. Zur Umsetzung plant die Bahn nicht nur den Bau einer komplett neuen Werkhalle, sondern auch eines klimaneutralen Verwaltungs- und Technologiegebäudes.

Zuvor hatten die Mitarbeiter jahrelang immer wieder um die Zukunft ihres Werkes gebangt.

Und nun diese gute Nachricht. Sie ist ein Ergebnis eines Spitzentreffens am Mittwoch in Cottbus. Dazu waren Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und der Infrastrukturvorstand der Bahn Ronald Pofalla in die Lausitzmetropole gekommen.

Pofallas neuer Blick auf die Lausitz

„Wir unterstützen den Strukturwandel in der Lausitz nicht nur, wir gestalten ihn als Deutsche Bahn mit“, sagte Roland Pofalla nach dem Treffen. Er hatte als einer von vier Vorsitzenden monatelang die sogenannten Kohlekommission geleitet. Und dabei hatte der langjährige CDU-Spitzenpolitiker und jetzige Bahnmanager aus Nordrhein-Westfalen die Besonderheiten des Landstrichs zwischen Neiße und Elbe im Süden Brandenburgs und Nordsachsen auf ganz neu und intensive Art kennengelernt. Pofalla weiß inzwischen genau, warum der angekündigte Kohleausstieg vielen Menschen in der Lausitz, nach ihren Erfahrungen in den zurückliegend zwei Jahrzehnte, jetzt wieder Angst macht.

In Cottbus haben Dietmar Woidke und Ronald Pofalla eine gemeinsame Absichtserklärung unterschrieben. Darin wird nicht nur dem Bahnwerk eine langfristige Perspektive gegeben. Vereinbart sind dort auch ein großflächiger Streckenausbau und –elektrifzierung, eine Kooperation zur gemeinsamen Nachnutzung des Leag-Schienennetzes und eine gemeinsame Initiative zur Fachkräftesicherung.

Welche Strecken ausgebaut werden sollen

Neben dem Ausbau der Bahnstrecke nach Berlin sollen auch die Trassen nach Forst (Spree-Neiße) und Görlitz elektrifiziert werden. Der Bahnknoten Falkenberg/Elster wird erweitert.

„Es kommt jetzt darauf an, dass die Bundesregierung das ‚Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen‘ schnell auf den Weg bringt und umsetzt“, sagte Woidke. Das ist für ihn die entscheidende Voraussetzungen zu Umsetzung aller jetzt getroffenen Verabredungen.

Der Leiter des Cottbuser Werkes Matthias Krug bezeichnete die am Mittwoch aufgezeigten Perspektiven als einen Meilenstein für den Standort. „Mit dem der neuen Produktionshalle bauen wir hier praktisch ein ganz neues Werk auf“, sagte er der RUNDSCHAU.