• Der Streik bei der DB hat viele Bahnkunden in der vergangenen Woche schwer getroffen
  • Droht auch diese Woche wieder eine Arbeitsniederlegung?
  • Am Dienstag protestieren die Lokführer zunächst mal auf einer GDL-Kundgebung in Berlin
Droht in dieser Woche noch ein Streik bei der Deutschen Bahn? Diese Frage stellen sich viele Bahnkunden aktuell – auch und gerade vor dem Hintergrund der Arbeitsniederlegung in der vergangenen Woche und der Tatsache, dass sich im Tarifkonflikt bei der DB aktuell noch keine Lösung abzeichnet.

Streik bei der Bahn: Lokführer könnten Arbeit niederlegen

Es ist möglich, dass die Lokführer wieder die Arbeit niederlegen. Noch ist aber kein neuer Streik angekündigt. Weiteren Druck soll zunächst an diesem Dienstag, 13.30 Uhr, eine Protestkundgebung vor der Zentrale der Deutschen Bahn in Berlin aufbauen. Danach werde es nur noch „sehr kurze Zeit“ dauern, bis es wieder zum Streik komme, hatte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in der vergangenen Woche angekündigt.
Teilnehmer einer Kundgebung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) stehen mit Bannern und Fahnen vor dem Dresdner Hauptbahnhof. Wird es auch diese Woche wieder einen Streik geben?
Teilnehmer einer Kundgebung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) stehen mit Bannern und Fahnen vor dem Dresdner Hauptbahnhof. Wird es auch diese Woche wieder einen Streik geben?
© Foto: Sebastian Kahnert/DPA

Droht in dieser Woche ein weiterer Streik? Kundgebung von der GDL in Berlin

Zur Kundgebung ruft mit der GDL ihr Dachverband auf, der Deutsche Beamtenbund. Dessen Chef, Ulrich Silberbach, hatte am Montag erklärt, es werde vermutlich weitere Streikaktionen geben müssen. Zur Kundgebung hat der Beamtenbund nach Polizeiangaben 75 Teilnehmer angemeldet.
Weselsky hatte zugesichert, dass Fahrgäste sich länger auf einen Streik vorbereiten können als beim ersten Mal. Damals vergingen nur 15 Stunden von der Ankündigung bis zum zweitägigen Arbeitskampf. Zudem hatte er angedeutet, dass der nächste Streik länger dauern und zudem ein Wochenende umfassen könnte.

Weitere Streiks bei der DB? Pro Bahn fordert Tarifeinheitsgesetz

Angesichts möglicher weiterer Streiks bei der Deutschen Bahn fordert der Fahrgastverband Pro Bahn Änderungen am Tarifeinheitsgesetz. „Wir brauchen schon eine Regelung, wie man mit zwei verschiedenen Gewerkschaften umgeht. Es darf aber nicht zu einem Konkurrenzkampf der Gewerkschaften kommen“, sagte der Ehrenvorsitzende des Vereins, Karl-Peter Naumann, der Deutschen Presse-Agentur.
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) versucht seit Monaten, neue Mitglieder zu gewinnen, auch von der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Das heizt den Tarifkonflikt mit der Bahn um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen zusätzlich an.
Hintergrund ist das Tarifeinheitsgesetz. Es sieht vor, dass in einzelnen Betrieben nur noch der Tarifvertrag der Gewerkschaft zur Geltung kommt, die dort die meisten Mitglieder vertritt. Das soll eigentlich einen Anreiz dafür bieten, dass Gewerkschaften ihr tarifpolitisches Vorgehen abstimmen, wie das Bundesarbeitsministerium bekräftigte.
Naumann hält das für möglich. „Im Betriebsrat arbeiten EVG- und GDL-Mitglieder auch gut zusammen“, sagte er. Er schlug vor, dass die Beschäftigten auch bei der Besetzung der Tarifkommissionen mitbestimmen. Diese führen die Tarifverhandlungen, sind bislang aber Gremien der Gewerkschaft.
„Die Politik muss hier noch einmal handeln“, forderte Naumann. Das Ministerium stellte dieser Tage indes klar, das Tarifeinheitsgesetz sei nicht dafür konzipiert worden, Streiks zu verhindern.