Für das laufende Jahr sieht die nach Obi zweitgrößte deutsche Baumarktkette weiter gute Wachstumschancen im In- und Ausland. Allerdings sei die Geschäftsentwicklung seit Mitte Februar durch die Witterungsbedingungen beeinträchtigt worden, sagte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Werner gestern in Frankfurt am Main bei der ersten Bilanzvorlage seit dem Börsengang im November. Das Unternehmen werde alles tun, um im laufenden Jahr die Nachhaltigkeit seines Erfolgs zu bestätigen.

Einfacheres Markt-Konzept
In Deutschland setzt Praktiker Werner zufolge weiter auf Preis- und Sortimentskompetenz, die Optimierung der Standorte sowie auf ein einfacheres Markt-Konzept. „Wir sind zuversichtlich, auf diese Weise in der wettbewerbsintensiven deutschen Baumarktszene weiter Marktanteile gewinnen zu können“ , sagte Werner.
Der von Branchenexperten als „eher verhalten“ bezeichnete Ausblick lastete auf der im Börsensegment M-Dax notierten Aktie, die bis gestern 12 Uhr rund vier Prozent auf 23,07 Euro verlor.

Neue Filialen in Bulgarien und Rumänien
Für das vergangene Jahr wies Praktiker einen Anstieg des Jahresüberschusses um knapp 22 Prozent auf fast 78 Millionen Euro aus. Der Umsatz legte um 3,4 Prozent auf drei Milliarden Euro zu. Während die Zunahme in Deutschland, wo die Kette mit 275 Filialen rund drei Viertel des Umsatzes macht, lediglich bei 0,7 Prozent lag, stiegen die Erlöse an den 65 Auslandsstandorten um 12,3 Prozent. Zum Umsatzplus hätten vor allem das Wachstum im Ausland mit der Eröffnung von Filialen in Bulgarien und Rumänien sowie „aggressives Marketing“ und die „Preisführerschaft“ in Deutschland beigetragen, hieß es. Für das abgelaufene Jahr sollen die Aktionäre eine Dividende von 0,45 Euro je Anteilsschein erhalten.
Auch 2006 setzt Praktiker auf die Expansion in Osteuropa. Dort sollen elf Filialen eröffnet werden. Außerdem soll mit der Ukraine ein neuer Wachstumsmarkt erschlossen werden. Ende vergangenen Jahres beschäftigte Praktiker in Deutschland und sieben weiteren europäischen Ländern rund 21 100 Mitarbeiter.