Die Gewerkschaft verdi kündigte angesichts des drohenden Abbaus von weltweit 9000 Stellen Widerstand an. Insgesamt wolle die Commerzbank nach der Übernahme der Dresdner Bank die Zahl der gemeinsamen Filialen beider Institute von 1540 auf 1200 verringern, sagte Blessing. Filialen würden aber nur dort zusammengelegt, „wo sie sich in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander befinden“. Den Kunden würden dadurch keine Nachteile entstehen. Durch den Zusammenschluss der Zweigstellen beider Banken werde die Commerzbank insbesondere in den Großstädten künftig deutlich stärker vertreten sein als bisher. Dadurch werde die Wettbewerbsposition gegenüber den Sparkassen gestärkt, erklärte Blessing.
Das durch den Zusammenschluss entstehende Geldinstitut werde voraussichtlich den Namen „Commerzbank“ tragen, sagte Strutz. Der Konzern wolle nur einen Markennamen führen. Auch Commerzbank-Chef Blessing hatte betont, es habe „wenig Sinn“, zwei Marken zu behalten.
Der geplante Abbau von insgesamt 6500 Stellen in Deutschland solle „in einem mehrjährigen Prozess umsichtig und sozialverträglich“ erfolgen, teilte die Commerzbank mit. Rund 70 Prozent des Stellenabbaus entfielen auf das Investment-Banking oder ergäben sich durch die Zusammenlegung der Verwaltungen der beiden Banken. Commerzbank-Finanzchef Strutz sagte, Einschnitte beim Personal sollten überall dort vermieden werden, „wo wir mit den Kunden in direktem Kontakt sind“ – also am Bankschalter.

Stellenwegfall durch Synergien
Insgesamt 2200 Stellen sollen im Bereich Privat- und Geschäftskunden wegfallen, wie die Commerzbank weiter mitteilte. Dies werde durch die Zusammenlegung von Filialen und Verwaltungstäben erreicht. Weitere 2000 Stellen sollen im Bereich Service wegfallen, etwa durch die Zusammenführung der Rechenzentren der Banken. 1600 Stellen würden in der Konzernführung gestrichen.
Uwe Foullong, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft verdi, kündigte an, für den Erhalt möglichst vieler Filialen zu kämpfen. „Wir wollen in weiteren Verhandlungen erreichen, dass möglichst viele Standorte und Arbeitsplätze erhalten werden können“, sagte Foullong im Sender RBB. Dies werde noch ein arbeitsreicher Weg.
Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) wertete die Übernahme als einen „Schritt zur Stärkung des Finanzplatzes Deutschland“. Die fusionierte Bank verspreche „ein schlagkräftiges Unternehmen“ zu werden. Auf Dauer könne „eine erfolgreiche neue Bank mehr Arbeitsplätze schaffen, als jetzt in Gefahr sind“, erklärte Koch. Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) begrüßte die Übernahme. „Das ist eine sehr gute Entscheidung“, sagte Steinbrück während einer China-Reise: „Die Fusion stärkt den Finanzplatz Deutschland.“ Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte, dies entspreche der Bewertung der gesamten Bundesregierung und biete eine Perspektive für die Konsolidierung des deutschen Bankenstandortes. (AFP/rb)