Auftragseingang, Lagerbestände, Industriepreise und andere Betriebskennziffern werden hier zu einem Index zusammengefasst. Die Experten des globalen Informationsdienstleisters Markit haben dazu aktuelle Zahlen erhoben und Anfang Juni veröffentlicht. Im Bereich Service hat der Index mit 53,0 einen Wert erreicht, der seit Jahresbeginn nicht mehr so niedrig ausfiel. Wachstum basiert vor allem auf hohem Auftragseingang. Der Geschäftszuwachs ist aber auf einem 5-Monatstief, sodass die Einkäufer langsam pessimistischer werden. Der Composite Index bezieht sich auf die Produktion im Industrie- und Dienstleistungssektor und fiel ebenfalls. Der Wert des Vormonats von 54 sank im Mai auf 52,6 und unterstreicht das schwächste Wachstum seit Jahresbeginn. Zwar sanken die unerledigten Aufträge dank des hohen Stellenaufbaus, doch die Preise stiegen ebenfalls stark, was die Wachstumsschwäche erklärt.

Richard Glöß ist Analyst des internationalen Finanzdienstleisters City Index und sieht die Gründe für diese Entwicklung weniger bei ausländischen Einflussfaktoren als bei betrieblichen Gegebenheiten: "Die Dienstleistungen haben ihren Zenit vorerst erreicht, und der langsame Anstieg der Firmentätigkeiten passt gut zu dem nachlassenden Neukundengeschäft, weil die Auftragslage allerorts an die Grenzen der Belastbarkeit stößt." Er ergänzt aber, dass "in den kommenden Monaten die weiterhin hohe Nachfrage auf der Endverbraucherseite zu einer ausreichend hohen Auslastung führen wird". Auch die Eurozone zeige sich laut Glöß stark, da allerorts Rekorde beim Jobaufbau zu vermelden sind. Vor allem Frankreich überrascht aktuell mit guten Zahlen.

Während also der Aufschwung bei den Frühindikatoren an seine natürlichen Grenzen zu stoßen scheint, herrscht in der Lausitz weiterhin eine schwungvolle Aufbruchsstimmung. Nach Angaben der IHK Cottbus ist die Lage der südbrandenburgischen Unternehmen so gut wie seit 3 Jahren nicht mehr. Mehr als die Hälfe der Firmenentscheider berichten von guten Geschäftsverläufen, der Großteil der übrigen Firmen spricht von befriedigenden Ergebnissen. Unmut gibt es vor allem beim Thema Politik, die nicht für ausreichend gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen sorgt und daher die Aussichten trüben. Hier besteht noch Potenzial, die Dynamik der Wirtschaft vor Ort gezielt zu unterstützen.

Die Zahlen von Markit sollten aber auch die einheimischen Unternehmen zumindest kurzfristig milde stimmen. Denn der Bereich Hotels und Gaststätten ist besonders stark gewachsen. Sorgen machen sich primär die Logistikunternehmen, die unter einem hohen Rückgang der Neuaufträge leiden. Die Menschen in der Region können von der anhaltend hohen Beschäftigungssituation profitieren, die im Gegensatz zu den Neuaufträgen etwas stärker gewachsen ist als im Monat davor. Die Folge ist aber auch ein Anstieg der Lohnkosten, die sich wiederum auf die Einkaufspreise auswirkten. Die Folge: ein Preisanstieg sowohl bei Einkaufs- als auch mittelfristig bei den Angebotspreisen - die natürliche Ursache für den auf hohem Niveau schwächelnden Aufschwung.