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| 16:45 Uhr

„Einfach romantisch“
Kleine Traumhäuser im Märkischen

Ein Schlüssel mit einem Airbnb-Anhäger und eine Herzlich-Willkommen-Karte  in der Wohnung eines Airbnb-Gastgebers.
Ein Schlüssel mit einem Airbnb-Anhäger und eine Herzlich-Willkommen-Karte in der Wohnung eines Airbnb-Gastgebers. FOTO: dpa / Jens Kalaene
Potsdam. Auch in Brandenburg hat Airbnb kräftig zugelegt. Das Berliner Start-up Wimdu verfolgt einen ähnlichen Ansatz. Von Mathias Hausding

  Auch in Brandenburg legte Airbnb zuletzt kräftig zu. Christiane Erdmann aus Fürstenberg/Havel ist seit zwei Jahren als Gastgeberin dabei. Unter der Überschrift „Einfach romantisch“ vermietet die Campingplatz-Betreiberin am Ufer des Großen Wentowsees einen umgebauten Schäferwagen. „Über Airbnb finden mich auch Leute, die gar nicht an Camping denken, sondern einfach was Besonderes suchen“, sagt Christiane Erdmann. „Immer mehr Menschen wollen nicht in 0815-Ferienwohnungen Urlaub machen. Aber auf Komfort verzichten möchten sie auch nicht.“

Als Gastgeberin schätzt sie an Airbnb neben der Reichweite des Portals den unkomplizierten Bezahlvorgang sowie eine gewisse Sicherheit und Transparenz. Wenn ein Gast kurzfristig storniert, geht sie bei klassischen Reservierungen meist leer aus, bei Airbnb hingegen muss der Gast einen Teil der Summe bezahlen. Und wenn ein Gast, was leider vorkommt, das Quartier wie einen Saustall hinterlässt, kann sie über ein Bewertungssystem zumindest andere vor ihm warnen. Es ist wohl die Summe vieler solcher Punkte, die Airbnb so erfolgreich macht.

Von der charmanten Grundidee – Air bed and breakfast (Luftmatratze und Frühstück) in erster Linie für  junge Menschen – hat sich Airbnb längst entfernt, ist nun ein Tourismus­anbieter mit ausgefeiltem Konzept, der von Gästen happige „Service-Gebühren“ kassiert und vielerorts die Hotelbranche das Fürchten lehrt. Auf 27 Milliarden Euro schätzen Investoren den Wert der in 191 Ländern aktiven Firma. Metropolen wie Berlin haben  längst Gesetze gegen Airbnb verabschiedet, weil massenhaft Wohnungen dem Mietmarkt entzogen und in Ferienquartiere umgewandelt wurden.

In Brandenburg gibt es darüber bislang keine Klagen. Hier ist Airbnb ein Nischenanbieter mit oft sehr originellen Unterkünften. Geschmackvoll renovierte Landhäuser sind ebenso im Angebot wie Baumhäuser mit Seeblick oder ein ehemaliger Wasserturm am Park Sanssouci. Wer Glück hat, landet sogar in den Wochenendhäusern regional bekannter Künstler, die ihr Reich an zahlende Gäste abtreten, wenn sie es gerade nicht nutzen.

Der Zuspruch wächst auf jeden Fall. In den landesweit 1900 Quartieren gab es 2017 rund 40 000 Gästeankünfte, ein Plus von 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie Airbnb mitteilt. Die regionale Tourismuswirtschaft beobachtet das ganz entspannt. „Airbnb ist kein Problem für uns. Wir wollen mehr Gäste in der Region. Wenn das Unternehmen zu einer guten Auslastung hiesiger Ferienwohnungen sorgt, haben wir das gern“, sagt Rüdiger Thunemann, Chef der Wirtschafts- und Tourismusentwicklungsgesellschaft Barnim (Wito).

Ganz allein ist Airbnb auf dem modernen Markt für die Ferienhausvermietung in der Region übrigens nicht. Das Berliner Start-up Wimdu verfolgt einen ähnlichen Ansatz, sieht sich aber eher als Plattform für die Vermietung reiner Ferienhäuser. Wimdu hat derzeit in der Mark nach eigenen Angaben bei steigender Tendenz rund 1200 Betten von 275 Anbietern online.