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| 02:41 Uhr

Aroniabeeren – eine gefragte Frucht

Laura Quoika präsentiert im sächsischen Coswig zum Auftakt der Aroniabeeren-Ernte vor wenigen Tagen die ersten Früchte.
Laura Quoika präsentiert im sächsischen Coswig zum Auftakt der Aroniabeeren-Ernte vor wenigen Tagen die ersten Früchte. FOTO: dpa
Schöneiche. Aroniabeeren gelten als gesund – und finden weltweit immer mehr Liebhaber. Auch in Brandenburg wird die Frucht angebaut. red/dpa

Ein Spreewälder Obstbauer hofft auf die erste große Ernte.

Auf Brandenburgs größter Aronia-Plantage in Schöneiche (Dahme-Spreewald) beginnt am 26. August die Ernte. Wegen des heißen Wetters musste in diesem Jahr mehr als sonst bewässert werden, sagte Obstbauer Heinz-Peter Frehn. Das verteuere die Produktion. Frehn will die Mehrkosten über die Qualität wettmachen. Er bewirtschaftet zusammen mit seinem Sohn 65 Hektar in Öko- und 15 Hektar in konventionellem Anbau. Große Konkurrenz hat er im Land laut Gartenbauverband nicht. Bei Beelitz gebe es noch eine Plantage von rund vier Hektar.

Aroniabeeren sind etwas größer als Blaubeeren und erinnern in der Form an einen Mini-Apfel. Die Beeren kommen ursprünglich aus Nordamerika. Indianer nutzten sie als Winterproviant und auch bei Entzündungen. Um 1900 fanden erste Pflanzen den Weg nach Deutschland. Die Früchte werden zu Säften sowie Marmeladen, Gelees und Kosmetika verarbeitet. Anfangs wurde der rote Saft der Früchte auch zum Färben von Lebensmitteln genutzt.

2012 hatten die Frehns zunächst auf 20 Hektar mit dem Anbau der als gesund geltenden Früchte begonnen. "Das war schon ein Risiko, weil so eine Plantage auf mehr als 15 Jahre angelegt ist", erklärte Frehn. Ohne die enge Zusammenarbeit mit dem Dresdner Unternehmen Aronia Original Naturprodukte hätte er den Schritt nicht gewagt. "Die Anschaffungskosten waren schon groß." Außerdem würde es bis zu drei Jahre dauern, bis die Pflanzen ordentlich Früchte tragen. Zudem sei über den langen Zeitraum nicht klar, ob die Abnahmepreise konstant hoch bleiben. Über langfristige Abnehmerverträge mit den Dresdnern sei das eigene Risiko jedoch einigermaßen abgefedert, sagte Frehn.

Zu DDR-Zeiten wurde die Aroniabeere in Coswig bei Dresden angebaut. Heute wächst sie in Sachsen auf einer Fläche von knapp 100 Hektar, bundesweit auf rund 200 Hektar. Pro Hektar werden etwa fünf bis zehn Tonnen in der Saison geerntet. Für Frehn ist es in diesem Jahr die erste größere Ernte. Er hofft zum Auftakt auf einen Ertrag von bis zu drei Tonnen pro Hektar.

Im Handel wird - wie für viele andere Früchte auch - mit Gesundheitsaspekten für die Beeren geworben. "Sie enthalten jede Menge Vitamine, Mineralien und wichtige Pflanzenstoffe. Außerdem haben sie kaum Fruchtzucker, dafür aber jede Menge Ballaststoffe", sagte etwa Jörg Holzmüller von Aronia Original Naturprodukte.

Wegen starker Nachfrage und auch des Trends hin zu veganer Ernährung würden die Bestände an deutschen Bio-Früchten nicht ausreichen. Deshalb kaufe das Unternehmen in Polen und Österreich zu. Am 26. August findet auf den Flächen der Biohof Schöneiche GbR der große Aronia- Erntestart statt. Von 11 bis 13 Uhr dürfen Besucher sehen, wie die Aroniabeeren auf der Bioplantage angebaut werden. Sie haben die Gelegenheit, nicht nur die erntereifen Beeren an den Sträuchern zu bewundern, sondern können auch verschiedene Aroniaprodukte verkosten, informiert das Unternehmen.