Cottbus/Bautzen. Nach einstelligen Arbeitslosenquoten im Oktober muss zumindest die Arbeitsagentur in Cottbus jetzt wieder zweistellig rechnen. In Südbrandenburg kletterte die Quote im November auf 10,0 Prozent. In Ostsachsen liegt sie derzeit bei 9,8 Prozent. Dennoch sind die Arbeitslosenzahlen auch hier gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen.

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bautzen waren Ende November insgesamt 29 475 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 704 Arbeitslose (2,4 Prozent) mehr als Ende Oktober 2013. Im Vergleich zum November des Vorjahres sind allerdings 988 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen (minus 3,2 Prozent).

Shirin Khabiri-Bohr, Vorsitzende der Geschäftsführung: "Die günstige Witterung im November wirkt sich positiv auf den Arbeitsmarkt aus, sodass die Arbeitslosenquote weiterhin unter der Zehn-Prozent-Marke liegt."

Die Agenturchefin räumt allerdings ein, dass die gute Quote auch dadurch bedingt ist, dass viele Arbeitslose an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen und daher aus der Statistik herausfallen. So hätten im November rund 7000 Personen im Agenturbezirk Bautzen etwa durch Weiterbildungen, Ein-Euro-Jobs oder Praktika den Arbeitsmarkt entlastet. Insgesamt belief sich damit die Unterbeschäftigung im engeren Sinne nach ersten Hochrechnungen auf 37 694 Personen.

Während die Agenturchefin in Bautzen das vergleichsweise gute Wetter für die stabile Quote verantwortlich macht, begründet ihr Cottbuser Kollege Heinz-Wilhelm Müller den dortigen Anstieg der Quote ebenfalls mit dem Wetter - mit schlechtem Wetter, in diesem Fall. "Diesen saisonbedingten Anstieg haben wir jedes Jahr im November, auch im Dezember müssen wir mit einem weiteren Aufwuchs bei den Zahlen rechnen", schätzt Müller. Es sei zu beobachten, dass sich verstärkt Arbeitnehmer aus Saisonbranchen wie dem Bauhauptgewerbe, dem Gerüstbau und dem Garten- und Landschaftsbau arbeitsuchend gemeldet haben.

Insgesamt waren in Südbrandenburg im November 32 678 Arbeitslose gemeldet - 1,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Vergleich zum Oktober ist die Zahl der Menschen ohne Arbeit um 506 gestiegen. Am schwierigsten ist die Situation für ältere Arbeitslose. Bei Menschen, die älter sind als 55, stieg die Arbeitslosenquote auf 12,4 Prozent (Vormonat: 12,1 Prozent). Bei Ausländern ist sie auf einen Wert von 15,1 Prozent geklettert. "Hier müssen wir nach besseren Bildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten suchen, um diese Menschen gezielt vermitteln zu können", sagt Müller.

Zufrieden sei er mit der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt für Jugendliche. Im Alter zwischen 15 und 25 sind nur 8,4 Prozent arbeitslos gemeldet. "Ein guter Wert", so Müller.

Auch der Rückgang an gemeldeten freien Stellen bereitet dem Agenturchef kaum Sorgen. So wurden im Jahresverlauf zwar 2017 weniger freie Stellen gemeldet als 2012, dieser Rückgang aber ließe sich leicht erklären. "Etwa 1200 Stellen fehlen im Bereich Königs Wusterhausen und sind darauf zurückzuführen, dass der Flughafen nicht wie geplant eröffnet wurde. Die anderen Jobs fehlen gleichmäßig in allen Branchen, es ist also kein Einbruch in einer bestimmten Richtung erkennbar." Ebenso "gesund" sei der Mix der gemeldeten freien Stellen aus den Bereichen Technik, Gastronomie, Verkauf oder Gesundheit.