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Düsseldorf
Arbeitslosigkeit sinkt das vierte Jahr in Folge

Auch die Unterbeschäftigung nimmt trotz der Flüchtlingszahlen weiter ab.

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Deutschland 2017 zum vierten Mal in Folge gesunken. Wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte, ging die Zahl der Menschen ohne Arbeit um 158.000 gegenüber dem Vorjahr zurück. Damit hatten 2,53 Millionen Menschen keinen Job. Die Arbeitslosenquote lag im Jahresdurchschnitt bei 5,7 Prozent. Nach gängiger Meinung ist ab einer Quote von weniger als vier Prozent Vollbeschäftigung erreicht.

Bei der Arbeitslosenquote nicht erfasst sind diejenigen Menschen, die sich in arbeitsmarktfördernden Maßnahmen befinden. Dazu zählen insbesondere auch die Integrationskurse für Flüchtlinge. Rechnet man alle Menschen in einer solchen Maßnahme hinzu, erhält man die sogenannte Unterbeschäftigung. Diese belief sich im abgelaufenen Jahr auf 3,52 Millionen - und lag mit 60.000 weniger ebenfalls deutlich unter dem Vorjahreswert.

Die Zahl der Erwerbstätigen stieg nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung: Sie erreichte einen Wert von 44,27 Millionen und damit 638.000 mehr als im Vorjahr. Dabei entstanden nach Angaben der Bundesagentur vor allem echte, also sozialversicherungspflichtige Jobs, wohingegen geringfügige Beschäftigung rückläufig war - allerdings gilt dies auch für die Selbstständigkeit.

Nach Angaben der Nürnberger Behörde könne immer noch nicht von einem flächendeckenden Fachkräftemangel gesprochen werden. Engpässe gebe es in einzelnen technischen Berufen, am Bau und in einigen Gesundheits- und Pflegeberufen.

In NRW waren 2017 im Durchschnitt 701.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Auch dies ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 24.000. Die Chefin der NRW-Regionaldirektion, Christiane Schönefeld, sprach von "einem guten Jahr am Arbeitsmarkt in NRW".

Recht uneinig fällt die Prognose für die Entwicklung 2018 aus. So sehen einige Ökonomen von Großbanken die deutsche Wirtschaft in so guter Verfassung, dass sie ihr eine Senkung der Arbeitslosigkeit im Jahresschnitt um bis zu 150.000 auf bis zu 2,4 Millionen zutrauen. Andere sind davon überzeugt, das die Arbeitslosigkeit auf dem bereits extrem niedrigen 2017er Niveau von 2,53 Millionen Arbeitslosen verharren wird. Und auch Bundesagentur-Chef Detlef Scheele rechnet 2018 eher mit einer gedämpften Entwicklung, wie er gestern betonte.

(maxi/dpa)