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| 19:33 Uhr

Wirtschaft
Arbeitslosigkeit leicht rauf – aber niedrigster Wert seit ’91

Arbeitsmarkt August 2018
Arbeitsmarkt August 2018 FOTO: LR / Katrin Janetzko
Nürnberg. Die Sommerflaute treibt die Erwerbslosenzahl, doch die Stimmung bleibt gut. Von Aleksandra Bakmaz

Die Sommerpause mit Werksferien in vielen Unternehmen hat die Arbeitslosigkeit in Deutschland leicht steigen lassen. Die Zahl der Menschen ohne Job nahm im August um 26 000 auf 2,351 Millionen zu, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mit. Das ist jedoch der niedrigste Wert für diesen Monat seit dem Jahr 1991. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Jobsucher um 194 000. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 5,2 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter günstig, die Arbeitslosigkeit hat im August erwartungsgemäß leicht zugenommen“, sagte BA-Chef Detlef Scheele. Die Zunahme sei allein jahreszeitlich bedingt und etwas schwächer ausgefallen als erwartet. Viele Schulabgänger und Ausbildungsabsolventen melden sich im Sommer zunächst arbeitslos. Auch Unternehmen halten sich während der Betriebsferien in der Regel mit Neueinstellungen zurück. Rechnet man die jahreszeitlichen Einflüsse heraus, lag die Arbeitslosenzahl bei 2,33 Millionen. Demnach waren zuletzt etwa 8000 Männer und Frauen weniger ohne Job als im Juli.

Die Zahl der Jobsucher, die derzeit Förderprogramme der Arbeitsagenturen und Jobcenter absolvieren, eingerechnet, gab es in Deutschland zuletzt 3,236 Millionen Menschen ohne Arbeit. Fachleute sprechen bei dieser Rechenweise von der Unterbeschäftigung. Die Zahl sank saisonbereinigt aber im Vergleich zum Vormonat um 18 000.

„Ich glaube am Arbeitsmarkt muss man sich zurzeit keine Sorgen machen“, sagte Scheele. Für die kommenden Monate und auch das nächste Jahr rechnet der BA-Chef nicht mit einer Trendwende. Die Frage sei eher, wie die offenen Arbeitsplätze besetzt werden können. Bei der Bundesagentur waren im August etwa 828 000 offene Stellen gemeldet – 62 000 mehr als vor einem Jahr. Die Nachfrage nach Mitarbeitern sei weiterhin hoch. Besonders gesucht werden laut BA Fachkräfte in Metall-Berufen, Logistik, Verkauf und im Gesundheitswesen.

Trotz der hohen Nachfrage werden 41 Prozent der Arbeitnehmer, die eine neue Stelle antreten, befristet eingestellt, geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Junge Menschen unter 25 Jahre (46 Prozent) und Frauen (46 Prozent) sind demnach am häufigsten betroffen. Von den befristet Eingestellten wird weniger als die Hälfte (42 Prozent) übernommen.