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| 02:38 Uhr

Arbeitsagentur bietet Bahnwerk Unterstützung an

Mitarbeiter des Bahnwerks in Eberswalde bei der Betriebsversammlung des Standortes in dieser Woche.
Mitarbeiter des Bahnwerks in Eberswalde bei der Betriebsversammlung des Standortes in dieser Woche. FOTO: dpa
Eberswalde. Noch schweigt die neue Unternehmensleitung des bedrängten Eisenbahnwerks Eberswalde zu ihren Zukunftsplänen. Immerhin kommt für die Beschäftigten von berufener Seite ein Hilfsangebot. dpa/dst

Nach der Übernahme des Bahnwerks Eberswalde durch einen privaten Investor hat die Arbeitsagentur ihre Hilfe angeboten. "Wir stehen parat, um in keinen zeitlichen Verzug zu kommen", sagte Agentur-Sprecherin Sabine Endmann am Dienstag. "Wir befinden uns in engem Kontakt." Die Werksleitung plant, Kurzarbeit für die Mehrzahl der 150 Beschäftigten zu beantragen. Ein entsprechendes Papier sei in Vorbereitung, sagte Betriebsratschef Andreas Hoffmann am Dienstag.

Hintergrund sind ihm zufolge Mängel beim Brandschutz, deren Behebung einen Millionenbetrag koste. Zudem seien die Tarifverhandlungen zwischen dem Werk und der Eisenbahn-Verkehrsgewerkschaft (EVG) ins Stocken geraten. "Mit diesem holprigen Start hat keiner gerechnet", sagte Hoffmann. Die Belegschaft selbst sei zu tariflichen Zugeständnissen bereit. Geldeinbußen von bis zu 3,7 Prozent gingen in Ordnung, betonte der Betriebsratsvorsitzende.

"Wir wollen, dass kein Mitarbeiter schlechter als bei der Bahn gestellt wird", betonte EVG-Sprecher Uwe Reitz am Dienstag. Alles andere wäre ein Einstieg in eine "Abwärtsspirale", die später nicht mehr zu stoppen sei. Die Gewerkschaft warte nach wie vor auf eine Antwort der Unternehmens. "Wenn wir bis kommende Woche nichts hören sollten, werden wir auf das Eisenbahnwerk zugehen", kündigte Reitz an.

Der Investor, die Münchner Quantum Capital Partners, hatte die Firma zum Jahreswechsel für einen Euro von der Deutschen Bahn AG übernommen. Zudem erhielt er eine Landesbürgschaft und gab eine Bestandsgarantie ab. Quantum hatte 2014 bereits den Waggonbau Niesky in Sachsen übernommen. Zu den aktuellen Vorgängen und möglichen Regressforderungen gegenüber der Deutschen Bahn wollte das Unternehmen keine Stellung beziehen. "Dass jetzt Hürden vom Eisenbahnwerk aufgefahren werden, von denen zuvor nie die Rede war, wundert mich schon", sagte der EVG-Sprecher.