1991 seien es erst rund elf Millionen Arbeitnehmer und damit knapp 33 Prozent der abhängig Beschäftigten gewesen. Zwar bedeute die Samstagsarbeit nicht die Rückkehr zur Sechs-Tage-Woche der fünfziger Jahre, erklärte WSI-Arbeitsmarktexperte Alexander Herzog-Stein. Fünf Arbeitstage pro Woche seien heute die Regel, die freien Tage fielen aber nicht automatisch mehr aufs Wochenende. Damit verliere das lange Wochenende als gesellschaftliche Zeitinstitution an Bedeutung, erklärte Herzog-Stein. Das Familien- und das übrige Sozialleben zu organisieren, falle vielen Beschäftigten immer schwerer - zumal sich auch die Sonntagsarbeit immer mehr ausbreite. Nach Angaben des Instituts arbeiteten im vergangenen Jahr rund 26 Prozent aller Beschäftigten sonntags. 1991 waren es 17,2 Prozent gewesen. Auch andere Formen "atypischer Beschäftigung" nahmen demnach zu: In Wechselschicht arbeiteten demnach 2008 17,3 Prozent der Beschäftigten, nachts 15,7 Prozent. AFP/kr