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| 15:14 Uhr

Meine Wirtschaftswoche
Das Recht, vor Betrug geschützt zu werden

Hannelore Grogorick
Hannelore Grogorick FOTO: Angelika Brinkop / LR
In der Welt der Wirtschaft sind wir alle „Verbraucher“. Die Regale in aller Art Geschäften sind proppevoll, die Angebote von Versicherungen und Banken bunt, die Palette der Multimedia-Produkte vielfältig. Was aber, wenn Waren weder ge- noch verbraucht werden können, weil sie falsch, kaputt oder verdorben, Angebote unüberschaubar, die Produktpalette verwirrend sind. Von Hannelore Grogorick

Diese Art von Fragen und Problemen beschäftigt uns offenbar seit Jahrzehnten. Denn bereits seit 35 Jahren wird jeweils am 15.♦März der  Weltverbrauchertag begangen. An diesem internationalen Aktionstag wird öffentlich auf die Rechte der Verbraucher aufmerksam gemacht.

  Der Weltverbrauchertag geht zurück auf den US-Präsidenten John F. Kennedy, der am 15.♦März 1962 vor dem amerikanischen Kongress grundlegende Verbraucherrechte proklamierte. Kennedy nannte u.a. das Recht, vor betrügerischer oder irreführender Werbung und Kennzeichnung geschützt zu werden sowie das Recht, aus einer Vielfalt von Produkten mit marktgerechten Preisen auszuwählen. Für die Durchsetzung dieser Rechte stehen – auch noch 56 Jahre später – die Verbraucherzentralen. Und die sind heute so wichtig wie eh und je. Allein in Cottbus schlagen  in diesem Jahr bereits 310 Beratungen zu Buche.

Wolfgang Baumgarten von der Cottbuser Verbraucherzentrale hört oft die gleichen Probleme: Von Firmen, die mit Bürgern angeblich Verträge am Telefon geschlossen haben und nun kassieren wollen. Dabei ist bereits im August 2009 gesetzlich festgelegt worden, dass Verbraucher von Firmen zu Werbezwecken nur angerufen werden dürfen, wenn die Bürger vorher zugestimmt haben. Da bis zu 50 000 Euro hohe Bußgelder offensichtlich kaum abschreckten, wurden die Strafen im Oktober 2013 bis auf 300 000 Euro angehoben. „Doch auch das verschreckt nicht alle“, erzählt Wolfgang Baumgarten aus der Praxis.  Nachdem sich beispielsweise 2500 Bürger über die selbe Firma bei der Bundesnetzagentur beschwert hatten, wurde diese Münchener Firma im vorigen Jahr zur Zahlung des Bußgeldes in Höhe von 300 000 Euro verurteilt.

Sie sind und bleiben dreist: die Nepper, Bauernfänger, Betrüger. Und auch im soliden Handel gibt es immer wieder Probleme bei Garantiegewährungen und ähnlichem.

So sind Verbraucherberatungszentralen weiter gefragt.  Baumgarten verweist darauf, dass auch Beratungen in Senftenberg und die neu eingerichtete in Lübben gut angenommen würden, in Königs Wusterhausen wird nächsten Monat eine weitere Beratungsmöglichkeit geschaffen.

„Der Handel ist im geschäftlichen Verkehr recht hart geworden“, sagt Baumgarten. „Für unsere  Arbeit unterstützen uns die Kommunen dankenswerter Weise  nach Kräften und stellen uns für Beratungen Räume zur Verfügung.“