Gleichzeitig forderten sie jedoch eine deutliche Steigerung des Konzerngewinns. Zetsche stellte eine Verbesserung der Ertragslage bereits für dieses Jahr in Aussicht. Im kommenden Jahr soll dann auch die von Milliarden-Verlusten geplagte Kleinwagensparte Smart schwarze Zahlen schreiben.
Bei der Gewinnsteigerung habe sich DaimlerChrysler "anspruchsvolle, aber realistische Ziele gesetzt, die wir in einem überschaubaren Zeitrahmen erreichen wollen", sagte Zetsche gestern in Berlin. Konkrete Zahlen nannte er jedoch nicht. Einen detaillierten Ergebnisausblick für das laufende Jahr will das Unternehmen mit Bekanntgabe des Quartalsabschlusses am 27. April vorlegen. Das Wirtschaftsmagazin "Capital" hatte berichtet, DaimlerChrysler wolle den Betriebsgewinn bis 2008 von 5,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf 9,4 Milliarden Euro steigern.
Gleichzeitig räumte Zetsche weiteres Verbesserungspotenzial bei der Marke Mercedes-Benz ein. Die Autos funktionierten inzwischen wieder deutlich zuverlässiger, "am Ziel sind wir aber noch nicht", sagte der Manager. Im vergangenen Jahr hatte der Automobilhersteller mit 1,3 Millionen Fahrzeugen den größten Rückruf in der Mercedes-Geschichte gestartet.
Zetsche verteidigte das Festhalten an der von Experten häufig kritisierten Kleinwagentochter Smart. "Wir sind sicher, dass wir die Voraussetzung für schwarze Zahlen im Jahr 2007 geschaffen haben", sagte der Vorstandschef. Vor Kurzem hatte er nach ersten Sanierungsbemühungen von Smart im Frühjahr 2005 überraschend die Einstellung des viersitzigen "forfour" und die vollständige Integration der einst eigenständigen Tochter in die Mercedes-Organisation angekündigt.
Vertreter von institutionellen Investoren begrüßten den Sanierungskurs des Konzerns grundsätzlich, forderten jedoch auch höhere Gewinne. "Oberstes Ziel muss es sein, die Profitabilität des Konzerns nachhaltig zu steigern", sagte Fondsmanagerin Susan Levermann von der Publikumsfondsgesellschaft DWS. Auch die Vertreter der beiden Fondsgesellschaften Union Investment und Deka Investment sicherten dem seit 1. Januar an der Spitze des Automobilherstellers stehenden Zetsche ihre Unterstützung zu. "Wir erwarten, dass mit dem Managementwechsel ein Ruck durch das Unternehmen geht", forderte Union-Fondsmanagerin Pia Hellbach. Gleichzeitig verlangte sie verstärkte Sanierungsbemühungen, um den „wahren Wert“ des Unternehmens zu heben.
Der Automobilhersteller befindet sich derzeit in einer tief greifenden Sanierung. In der Mercedes Car Group wurde der erst vergangenen Herbst eingeleitete Abbau von 8500 Stellen nahezu abgeschlossen, was insgesamt zu einer Belastung von 950 Millionen Euro führen wird. Außerdem will Zetsche die weltweite Verwaltung des Konzerns verschlanken und dort weitere 6000 Stellen abbauen.