Der Anstieg der Gebühren für die Abwasserentsorgung werde voraussichtlich wie in den vorangegangenen drei Jahren auch künftig unterhalb der Inflationsrate liegen, erklärte der Vizepräsident des Bundesverbandes der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft, Dieter Bongert, gestern in Berlin.
Zwar müsse in Wartung und Sanierung des Kanalnetzes investiert werden. Sollten Auflagen nicht erhöht werden, könne dennoch von stabilen Gebühren ausgegangen werden. Als ein Problem nannte der Verband die Verwendung von Klärschlamm. Hier sei ein Rückgang landwirtschaftlicher und landbaulicher Verwertung zu erwarten, sollten die Grenzwerte verschärft werden. "Dies könnte einen erheblichen Anstieg der Abwassergebühren zur Folge haben."
Im Jahr 2002 sind die Abwassergebühren im Bundesdurchschnitt um rund ein Prozent gestiegen. Die öffentlichen Abwasserentsorger investierten im vergangenen Jahr sechs Milliarden Euro. Rund zwei Drittel entfielen auf die Erneuerung und den Ausbau des Kanalnetzes. In Zukunft werden die Investitionen dem Verband zufolge zurückgehen, da der Ausbau von Kläranlagen weitgehend abgeschlossen sei. Hinzu komme die Finanznot der Kommunen.
In Deutschland sind mehr als 93 Prozent der Bevölkerung an das 450 000 Kilometer lange Kanalnetz angeschlossen. Das Abwasser wird in mehr als 10 000 Anlagen gereinigt. Die Branche beschäftigt 40 000 Mitarbeiter. (dpa/rb)