Bestreikt werden sollen alle von der Lufthansa angeflogenen Flughäfen - allerdings nicht gleichzeitig, sondern zeitversetzt, wie verdi-Vorstandsmitglied Erhard Ott mitteilte. Näheres will die Gewerkschaft morgen bekannt geben. Die Lufthansa legte einen Notfallplan auf, um die Folgen des Ausstands abzumildern. Unter anderem leiht sie sich Techniker von ihrem Konkurrenten Air Berlin aus.
Für den unbefristeten Streik sprachen sich in einer Urabstimmung 90,7 Prozent der bei der Lufthansa beschäftigten verdi-Mitglieder aus, wie die Gewerkschaft mitteilte. Sie hatte bei den Tarifverhandlungen 9,8 Prozent mehr Lohn für das Kabinen- und Bodenpersonal gefordert. Die Lufthansa bot zuletzt 6,7 Prozent.
Am Ausstand beteiligen werden sich verdi zufolge Flugbegleiter, Mitarbeiter bei der Abfertigung, Techniker sowie Beschäftigte, die zuständig sind für das Catering an Bord, das Verladen von Fracht und die Computersysteme. Sie werden demnach an allen Lufthansa-Flughäfen streiken, also Frankfurt, Hamburg, München, Berlin, Stuttgart, Nürnberg, Düsseldorf, Bremen, Hannover, Leipzig.
Konkrete Angaben zu den Auswirkungen des Streiks könne Lufthansa noch nicht machen, sagte eine Sprecherin in Frankfurt am Main. Bei einem Pilotenstreik sei klar, dass Flüge gestrichen werden müssten. Komme das Essen für die Passagiere zu spät, gebe es aber nur eine Verspätung. Der Konzern gehe davon aus, dass verdi beim Kabinen- und Bodenpersonal nicht viele Mitglieder habe. Streikten hingegen die Techniker, "werden wir überhaupt nicht fliegen können", sagte ein Lufthansa-Sprecher der "WAZ". Der Konzern leiht deshalb gegen Bezahlung Techniker vom Konkurrenten Air Berlin aus, wie eine Sprecherin der Berliner Fluggesellschaft sagte. Zudem sollen Flugzeuge auf Flughäfen außerhalb Deutschlands gewartet werden. (AFP/ck)