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| 01:03 Uhr

5000-mal Hilferuf an den Banken-Ombudsmann

Berlin.. Über 5000 Verbraucher haben 2004 bei Streitigkeiten mit einem Geldinstitut den Ombudsmann der privaten Banken angerufen.

Von den davon zugelassenen knapp 1900 Beschwerden seien bislang über 1000 zu Gunsten der Kunden entschieden worden, berichtete der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, Harald Noack, gestern in Berlin. In rund 750 Fällen sei die Entscheidung zu Gunsten des Kreditinstituts ausgefallen, während in knapp 80 Fällen ein Vergleich angeregt wurde. Einige Beschwerden seien noch in Arbeit.
Das kostenlose Schlichtungsverfahren über den Ombudsmann ist eine Alternative zum Gerichtsprozess und richtet sich in erster Linie an Verbraucher. Derzeit verfügen die privaten Banken über vier Ombudsmänner, alles ehemalige Richter und Ministerialbeamte.
Die Bandbreite der Streitfälle reicht von Kontoführungsgebühren, fehlerhafter oder verzögerter Ausführung von Überweisungen bis zur schlechten Beratung bei Wertpapiergeschäften. In fast der Hälfte aller Auseinandersetzungen ging es allerdings um Kredite. Bis zu einer strittigen Höhe von 5000 Euro haben sich die Banken verpflichtet, die Entscheidung des Ombudsmannes zu akzeptieren.
Hintergrund für die Beschwerdeflut im vergangenen Jahr nach nur rund 3000 Eingaben 2003 sei die Verhinderung von Verjährungsansprüchen zum Jahresende 2004 im Zusammenhang mit der drei Jahre zuvor in Kraft getretenen Modernisierung des Schuldrechts gewesen, hieß es. Während eines Ombudsmannverfahrens ist die Verjährung außer Kraft gesetzt und der Gang zum Richter steht dem Verbraucher anschließend immer noch offen. "Im Laufe dieses Jahres haben sich die Zahlen bereits wieder normalisiert", sagte Noack. (ddp.vwd/rb)