Sachsens Arbeitgeberpräsident Bodo Finger wünscht sich für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes stabile politische Verhältnisse. "Was die Wirtschaft braucht, das ist Planungssicherheit, nicht nur für den Rest der Legislaturperiode", sagte Finger in Dresden. Zwar hätten auch andere Parteien jenseits von CDU und FDP interessante Konzepte. "Da steckt mir persönlich aber zu viel Experiment drin." Finger lobte ausdrücklich die Finanzpolitik des Freistaates. Im Großen und Ganzen sei die Wirtschaft in der Beurteilung der Lage mit der Regierung einer Meinung, sagte Finger. Wichtig vor allem für den Mittelstand seien gute und verlässliche Rahmenbedingungen, damit der Standort Sachsen sicher und attraktiv bleibe.

Die Investitionen müssten unbedingt weiter hochgehalten werden. "Notwendig ist die weitere Unterstützung des Landes, damit kleine und mittlere Unternehmen ihre durchaus positive Entwicklung fortsetzen können", sagte Finger. Das sei nicht zu verwechseln mit dem Ruf nach mehr und mehr Fördermitteln oder gar einer Fördermittelgießkanne, es gehe vielmehr um gezieltere Unterstützung mit den geringer werdenden Mitteln. Die Wirtschaft müsse und werde sich sogar auf einen weiteren Rückgang der Hilfen einstellen. Das habe auch einen moralischen Aspekt: "Wir können dann selbstbewusst sein, wenn wir auf gleicher Augenhöhe wie die Unternehmen in den alten Bundesländern stehen." "Was wir brauchen, ist eine gezielte Wachstumsförderung", sagte Finger.

"Die Unternehmen müssen stabiler, größer und unabhängiger werden, ihre Exportfähigkeit muss sich weiter entwickeln und damit die Selbstständigkeit in der Produktentwicklung und in der Vermarktung." Noch seien sie nicht in der Lage, Forschung und Entwicklung aus eigener Kraft zu stemmen. Hier müsse weiter gezielt gefördert werden.

"Die Schlüsselaufgabe ist, den technologischen Vorsprung auszubauen, den wir in großen Teilen haben", so Finger. Er schlug vor, Fördergelder für die Hochschulen zu einem Teil an deren Leistungen für den Mittelstand zu binden. "Leuchttürme sind gut und wichtig, aber das Herzstück der Wirtschaft ist nun mal der Mittelstand."