Mit großer Erleichterung hat die Pub-Wirtin Karen Murphy auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zu Übertragungen im Bezahlfernsehen reagiert. „Ich bin froh, dass es jetzt zu Ende geht.“ Der EuGH hatte in Luxemburg entschieden, dass zum Empfang von Übertragungen im Bezahlfernsehen ausländische Decoderkarten nicht verboten werden dürfen.

Murphy hatte in ihrem Wirtshaus Spiele der englischen Premier League nicht über den in Großbritannien obligatorischen Bezahlsender Sky gezeigt, sondern das griechische Netzwerk Nova genutzt. So sparte sie mehr als 6000 Pfund (rund 7000 Euro) pro Jahr. Das könnten nun auch deutsche Fußballfans ähnlich handhaben.

Das Urteil wird jedenfalls auch Auswirkungen auf den Verkauf der TV-Rechte der deutschen Bundesliga haben. Die hat für die laufende und die kommende Saison noch der Bezahlsender Sky Deutschland inne. Der tief in den roten Zahlen steckende Sender hatte zuletzt bei seinen Abo-Zahlen kräftig zugelegt und hat rund 2,759 Millionen Kunden.

Die Verhandlungen für die Zeit danach starten demnächst. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass das Urteil die Verhandlungsposition der Sender gegenüber den Ligen sogar stärken könnte, da die vor allem an exklusiven Rechten interessiert seien – die nach dem Urteil nur noch schwer zu garantieren sind.

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