Dabei war ein Kopftuch bei Flüchtlingen aus dem arabischen Raum durchaus zu erwarten. Doch dieses religiöse Symbol der Muslimin verletze das Gebot der Neutralität in einer öffentlichen Verwaltung, fand Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) - und kündigte der Praktikantin am Montag gleich nach dem ersten Arbeitstag.

Das löste einen gewaltigen Aufschrei von Politikern der CDU bis zu den Linken aus. Nun hat die Palästinenserin wieder einen Job - beim kommunalen Wohnungsunternehmen von Luckenwalde. Das Innenministerium hatte sich am Donnerstag hinter die Entscheidung der Bürgermeisterin gestellt. "Hier alles zuzulassen wäre ein Zeichen von falsch verstandener Toleranz - das wäre Opportunismus", sagte Ministeriumssprecher Ingo Decker. "Im Öffentlichen Dienst ist das Neutralitätsgebot ein ganz hohes Gut." Im Land Brandenburg gebe es dazu aber keine gesetzlichen Regelungen. Daher könnten die Kommunen selbst entscheiden, ob sie solche Bekleidungsvorschriften für ihre Beschäftigten erlassen oder nicht.

Die Linken-Abgeordnete Andrea Johlige kritisierte die Entscheidung dagegen als überzogen. "Die Trennung von Staat und Kirche kann nicht heißen, jedes religiöse Symbol aus der Öffentlichkeit zu verbannen", sagte die asylpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion im Landtag. Wenn ein Kopftuch ein Ausschlussgrund sei, dann müsse man im Sinne der Gleichbehandlung konsequent sein, forderte Johlige.