Zuvor hatte bereits ein möglicher Auftrag des Innenministeriums für die Firma Irritationen ausgelöst. Dabei geht es um ein Renommee-Projekt des Innenministeriums - den interaktiven "Streifenwagen der Zukunft". Auf der Computermesse Cebit in Hannover wird gerade der erste Prototyp vorgestellt - ein mit Video- und Computertechnik hochgerüstetes Fahrzeug. Insgesamt zwölf Fahrzeuge dieser Art sollen bei der Brandenburger Polizei ein Jahr lang getestet werden. Tatsächlich gibt es laut Innenministerium Pläne, zwei dieser Fahrzeuge mit einer so genannten Fahrwegfreischaltung - die Ampeln auf Grün schaltet - nachzurüsten und zu testen. Dies sei mit Blick auf Unfälle mit Blaulichtfahrzeugen durchaus sinnvoll, so das Ministerium.
Genau solche satellitengesteuerten Systeme, mit denen für Blaulichtfahrzeuge die Wege frei gemacht werden können, sind die Spezialität der früheren Firma des Brandenburger Wirtschaftsministers, der nach seinem Wechsel in die Landesregierung seine Anteile auf die Söhne überschrieben hatte. Ein Vorgehen, das auch aus Sicht der PDS-Opposition durchaus legal und legitim ist, wie Heinz Vietze, der parlamentarische Geschäftsführer, sagte. "Niemand muss sein Eigentum wegwerfen, wenn er Minister wird."
Andere Brandenburger Firmen, die eine ähnliche Technik anbieten, seien nicht bekannt, so das Innenministerium. Das Greenway-System ist in Frankfurt (Oder) bereits seit Jahren im Einsatz: Für Feuerwehr und Krankenwagen werden die Ampeln auf Grün geschaltet. Diese Technik war bereits unter dem früheren SPD-
Oberbürgermeister Wolfgang Pohl angeschafft worden. "Es ist ein hervorragendes System", sagt Martin Patzelt (CDU), der heutige Oberbürgermeister der Grenzstadt. Das Know-how der jungen Technologiefirma aus der Oderstadt wird inzwischen auch von Rettungswagen und Feuerwehren in Frankfurt/Main, in Ingolstadt und Stralsund genutzt. In Münster wird es gerade installiert.
Greenway-Geschäftsführer Hans-Georg Reichardt versteht den Wirbel nicht, den der Bericht eines Boulevardblattes ausgelöst hatte. Er sei lediglich vom technischen Dienst der Polizei gefragt worden, ob man in zwei Streifenwagen die Vorrangschaltungen testen könne. Es sei völlig klar, so Reichardt, dass es bei einem erfolgreichen Test vor einer Ausstattung der Polizeiwagen natürlich eine öffentliche Ausschreibung geben würde.