Über die Unterbringung von Asylsuchenden im Görlitzer Studentenwohnheim am Hirschwinkel ist noch nicht entschieden. Das stellte die Landesdirektion Sachsen am Freitag klar. Das Gebäude sei eines von mehreren Objekten im Freistaat, das derzeit auf seine Eignung als zeitweilige Unterkunft für Asylbewerber geprüft werde. Eine Entscheidung dazu falle frühestens in der kommenden Woche. Auch das sächsische Innenministerium sprach von einem Prüfverfahren, das noch nicht abgeschlossen ist. "Ende Mai haben frühzeitig Informationsgespräche auch mit der Stadt über den Prüfvorgang begonnen", betonte Ministeriumssprecher Martin Strunden.

Görlitz' Oberbürgermeister Siegfried Deinege (parteilos) hatte die Informationspolitik der Regierung kritisiert. Die Stadt habe kurzfristig von der Umwandlung des Wohnheimes erfahren, den dort lebenden Studenten sei kurzfristig ihr Wohnheimplatz gekündigt worden. Inzwischen stellte sich heraus, dass die Studenten in ein benachbartes Wohnheim umziehen sollen und das Studentenwerk Dresden als Betreiber die Immobilie aus wirtschaftlichen Gründen abgab.

Das Wohnheim sei an das Land zurückgegeben worden, da es in Görlitz ein deutliches Überangebot an Wohnheimplätzen gebe, erklärte der bisherige Betreiber. Die betroffenen Studenten seien einen Monat vor Beginn der Prüfungen davon in Kenntnis gesetzt worden und könnten in ein benachbartes Wohnheim umziehen.

Diese Darstellung wiesen Studenten gegenüber der RUNDSCHAU zurück. Die Betroffenen seien erst am Montagabend über den Zwangsumzug informiert worden, hieß es.