Wer sind die Deutschen? Ein fußballverrücktes Völkchen, das gerne Bier trinkt, Bouletten oder Bratwurst ist und dabei Dirndl trägt - aber immer pünktlich ist. Das zumindest denken vermutlich viele Nachbarländer über uns. Doch wie denken, fühlen, sehen und schmecken die Deutschen wirklich? Das Meinungs- und Marktforschungsinstitut YouGov hat das erforscht. Und dabei sind spannende, aber auch lustige Fakten ans Licht gekommen. Die RUNDSCHAU hat vorab einige Ergebnisse näher unter die Lupe genommen.

Fußball begeistert: Eines vorweg: Fußballbegeistert sind die Deutschen. 62 Prozent der Männer und immerhin 43 Prozent der Frauen begeistern sich für den Ballsport. Und zur Fußball-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr waren es sicherlich noch ein paar mehr.

Wer jetzt denkt, dass jeder sich ins Trikot von Götze, Müller oder Neuer wünscht, der irrt. Vielmehr können sich 22 Prozent der Befragten vorstellen, als Manager die Fäden in der Hand zu halten. Der Trainer hingegen ist der unbeliebteste Job beim Fußball. Lediglich sechs Prozent der Deutschen könnten sich vorstellen, in dieser Position zu arbeiten, wenn sie beim Fußball aktiv wären.

Lecker Essen: Nach getaner Arbeit belohnt sich der eine oder andere vielleicht mit einem guten Essen in einem Restaurant. Dort lässt sich jeder Vierte mehr als einmal im Monat kulinarisch verwöhnen. Dabei landen vor allem Bouletten, Sauerbraten und Spätzle oder vielleicht Kasseler mit Sauerkraut auf den Tellern. Denn die deutsche, deftige Küche wird nach wie vor von den Meisten bevorzugt - gefolgt von Pizza und Pasta.

Amerikanisches Essen wie Burger oder Hot Dogs landen dagegen bei den Deutschen auf Platz zwölf. Erstaunlich, wo doch an jeder Straßenecke Fastfood-Ketten wie Pilze aus dem Boden schießen. Vielleicht gibt es deshalb auch Burger, die mit Kartoffelröstis belegt werden. Immerhin sind die Knollen aus der deutschen Küche nicht wegzudenken und ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Auch wenn deutsches Essen lecker und vielseitig ist, die leichteste Kost ist es nicht.

Runde Figur: Da ist es nicht verwunderlich, dass 40 Prozent der Befragten heute mehr wiegen als vor fünf Jahren. Dabei nehmen mehr Frauen (43 Prozent) als Männer (37 Prozent) im Laufe der Jahre zu. Um die angefutterten Pfunde wieder los zu werden, nutzen viele den Trick der motivierenden Kleidung. So findet sich bei fast jeder zweiten Frau im Kleiderschrank mindestens eine alte Lieblingsjeans, die ein bisschen zu eng sitzt oder ein schickes Sommerkleid, bei dem der Reißverschluss nicht mehr zu geht. Ein guter Ansporn, wenn beim Bäcker um die Ecke mal wieder der leckere Schokokuchen lockt.

Einkaufen im Netz: Und wenn nichts mehr passt, hilft nur noch shoppen. Doch die Deutschen gehen nicht nur einkaufen, wenn Kleidung, Elektronik, Möbel oder Geschenke gebraucht werden. 68 Prozent der Frauen und 49 Prozent der Männer gehen gerne einkaufen. Am liebsten klicken sie sich dabei durchs Internet und kaufen bequem von zu Hause aus ein. Dort gibt es ein großes Angebot an Waren. Und Preise können einfach verglichen werden. "Dort können sie rund um die Uhr bestellen. Da können wir nicht mithalten", erklärt Martina Hildmann, Regionalbereichsleiterin Südbrandenburg des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg. Sie wünscht sie daher flexiblere Öffnungszeiten und mehr verkaufsoffene Sonntage. "Das Ladenöffnungsgesetz in Brandenburg ist einfach veraltet."

Kein Geld: Viel Geld zum Ausgeben haben die Deutschen dabei nicht. In einer Umfrage gaben 30 Prozent der Befragten an, kein Geld auf der hohen Kante zu haben. Weitere 19 Prozent wollten sich zu diesem Thema nicht äußern. Nur jeder Zehnte hat bis zu 2500 Euro an Sparguthaben. Noch weniger Deutsche haben noch mehr Geld. Und wer am Ende des Monats doch ein bisschen übrig hat - immerhin 41 Prozent der Deutschen - packt das Geld am liebsten auf ein Sparkonto.

Zum Thema:
Das Marktforschungsinstitut YouGov hat auf seinem Online-Portal unterschiedliche Fragen über das Leben der Deutschen gestellt. Jeweils rund 1000 Menschen wurden nach ihren Denkweisen, Erfahrungen und Gewohnheiten in bestimmten Situationen befragt. Die Ergebnisse sind in dem Buch "Wie wir Deutschen ticken" zusammengefasst. Der Titel ist seit dem heutigen Montag für 19,95 Euro im Handel erhältlich. ISBN 978-3-8419-0346-4